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Wallfahrtswoche in Riegelsberg läuft wegen Schutz vor Corona anders ab

Wallfahrten in besonderen Zeiten : Die Schwarze Madonna von Riegelsberg

Wallfahrtswoche startete erstmals im Freien – Marienstatue entstand 1945 in Altötting nach Vorbild der dortigen Figur.

In der Pfarrei St. Josef wurde am Samstag mit einem Festgottesdienst die Wallfahrtswoche eröffnet, die einmal im Jahr der „Schwarzen Madonna“ gilt. Erstmals seit der ersten Wallfahrt vor 74 Jahren war der Gottesdienst unter freiem Himmel – so sorgte auch hier die aktuelle Corona-Pandemie für eine Neuerung. Und auch das war neu: Der Eröffnungsgottesdienst wurde live auf der Internet-Plattform Youtube übertragen.

Das Thema der Wallfahrtswoche heißt „Maria, du Frau aus dem Volke“, schildert Josef Schneider, Verwaltungsrat-Mitglied der Pfarrei, und berichtet: „Dechant Franz-Josef Werle eröffnete als Hauptzelebrant die Wallfahrtswoche mit der Erklärung, warum es diese Woche in St. Josef gibt: Unmittelbar nach dem Krieg kam die Pfarrei St. Josef Güchenbach in den Besitz eines religiös und künstlerisch wertvollen Kleinodes.“ Die Holzschnitzerei entstand in Anlehnung an die berühmte Madonna von Altötting: Maria mit Jesuskind auf dem Arm, im Original meist mit aufwändiger Krone und Zepter versehen. Die Statue war ein Geschenk von Monsignore Adalbert Vogl, damals Administrator und Stiftsdekan der Gnadenkapelle Altötting. Am Fest Mariä Himmelfahrt 1945 wurde die Muttergottesstatue von Bischof Simon Konrad von Passau geweiht und dreimal an das Original angerührt. Daraufhin wurde sie zusammen mit einem Bild und einer Reliquie des Heiligen Bruder Konrad an Elisabeth Friedrich aus Güchenbach – das heute zu Riegelsberg gehört – übergeben.

Elisabeth Friedrich war während des Zweiten Weltkriegs nach Altötting evakuiert worden. Sie brachte die Statue schließlich nach Riegelsberg, gemeinsam mit dem Wunsch, dass sich auch dort die Marienverehrung zu einer Wallfahrt entwickeln solle. Schneider: „Am 2. September 1945 wurde sie durch Kapuzinerpater Edgar aus Altötting unter großer Beteiligung der Bevölkerung feierlich aufgestellt.“ Für die Figur wurde auch – gemeinsam von den damaligen Verantwortlichen für die Schatzkammer der Gnadenkapellen Altötting und Angehörigen des Administrators Vogl – ein Prachtmantel sowie eine reich verzierte Krone und ein Zepter gestiftet, mit denen das Gnadenbild bei feierlichen Anlässen geschmückt wird. „Am Fest Mariä Himmelfahrt 1946 nahm der Trierer Erzbischof  Franz-Rudolf Bornewasser die feierliche Krönung des Gnadenbildes vor. Seither ist die katholische Pfarrkirche St. Josef in Riegelsberg Wallfahrtskirche.“

Die Schwarze Madonna von Riegelsberg kam 1945 aus Altötting. Foto: Josef Schneider/Pfarrei St. Josef

Die Wallfahrtsgottesdienste sind noch bis Samstag, 22. August, jeden Tag ab 9.30 Uhr in St. Josef. Zudem gibt es jeweils um 19 Uhr eine geistliche Abendmusik beziehungsweise an diesem Mittwoch, 19. August, ein „Abendlob der Charismatischen Erneuerung“ mit musikalischer Begleitung. Wegen der Corona-Pandemie muss man sich auch zu den Gottesdiensten vorab telefonisch im Pfarrhaus anmelden, Tel. (0 68 06) 99 49 30.