1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Riegelsberg

Vor dem Meister der Täuschung sind nicht einmal Eheringe sicher

Vor dem Meister der Täuschung sind nicht einmal Eheringe sicher

Eine Frage lässt das Publikum nicht los, wenn es den Zauberer Kalibo zusieht: Wie macht der das? Und auf die Frage, ob er denn davon leben könne, gibt es statt einer echten Antwort nur wieder etwas zum Wundern und Staunen.

"Die Leute denken immer, Zauberer haben alles im Ärmel. Dabei lassen sie ganz unsere Hosentaschen außer Acht." Das Publikum lacht und klatscht. In der Galerie des Rathauses Riegelsberg ist am Gründonnerstagabend jeder Platz besetzt, als der Zauberer Kalibo auftritt.

Groß und Klein sind bester Laune, alle Augen gespannt auf die Bühne gerichtet, wo Kalibo, mit schwarzem Anzug zu orangefarbenem Hemd seine Comedy-Magic-Show eröffnet.

"Ich bin der einzige Zauberer auf der ganzen Welt, der heute Abend hier auftritt", sagt er seinen Zuschauern mit einem fetten Grinsen im Gesicht. Währenddessen instruiert er sein Publikum Häppchen für Häppchen , wie er gern zu Beginn einer Show begrüßt sein möchte. "So eine Art Ekstase im Rathaus, geht das?" Als nach Fernsehshow-Vorbild ein "Einklatscher" aus dem Publikum bestimmt ist und alle Absprachen getroffen sind, kann es losgehen. Unter frenetischem Applaus betritt der "Taschenspieler" abermals die Bühne, diesmal mit ihm gebührendem Beifall.

"Der Zauberer ist da, jetzt macht er gleich den ersten Trick", kündigt Kalibo sich selbstbewusst an. Sein Blick streift wach durchs Publikum, immer bereit, einen Zuschauer zum Assistieren auf die Bühne zu lotsen. Als Ersten trifft es Jason, 13, der bei einem Seiltrick helfen soll.

"Optische Täuschung und Verwirrung sind alles beim Zaubern", sagt der Zauberer verschmitzt und hält den Zuschauern ein Seil mit drei Enden vor die Nase. "Seht ihr, alles nur Tricks." Dagmar aus den hinteren Reihen - "Ihr braucht euch da gar nicht zu verstecken, ich sehe euch" - assistiert dem Zauberer . Der hat eine echte Waschbärfalle ausgepackt. "Das ist der gefährlichste Kartentrick aller Zeiten", kündigt Kalibo an, bevor die Falle zuschnappt und einen Kugelschreiber zerfetzt. Es ist ein fröhlicher Abend, an dem das Publikum weder seinen Augen noch seiner Wahrnehmung trauen kann. So lässt Kalibo einen Ehering verschwinden und ihn wieder an seinem Schlüsselbund auftauchen. Doch warnt er, im Wort Experiment stecke immer, dass es auch schiefgehen kann.

Dann befreit er sich auf spektakuläre Art und Weise aus der "Zwangsjacke des Todes", die natürlich in den Farben des Zauberkünstlers, Orange und Schwarz, gehalten ist. Sein Mitarbeiter, die "bärtige Jungfrau", spielt während der dramatischen Selbstentfesselung passenderweise "I want to break free" ein, was ihm ein "Ich kann dich echt nicht leiden" einbringt. So vergeht der Abend, kurzweilig und mit unterhaltsamen Sprüchen, Schenkelklopfern und herzhaftem Lachen.

"Kann man davon leben?", nennt Kalibo eine der am meisten gestellten Fragen zu seiner Zauberei. Statt einer "echten" Antwort hat er Tricks parat, wie Zauberer ihr Geld verdienen. Markus aus dem Publikum wird mal eben einen 50-Euro-Schein los. Wieder sind Illusion und Verwirrung seine treuesten Helfer. Denn: "Ich lenke die Leute immer an den richtigen Stellen ab."