Von Frauenmantel bis Oregano

Bei der Pflanzenbörse der Ortsgruppe Riegelsberg im Naturschutzbund Deutschland war diesmal nicht so viel los. Entsprechend übersichtlich waren auch die Pflanzen, die zum Tausch angeboten wurden.

"Die Natur ist einfach noch ein paar Wochen zurück, bedingt durch den langen harten Winter. Und der Frühling lässt ja auch auf sich warten", klagt Doris Diehl-Strempel, die Vorsitzende der Nabu-Ortsgruppe Riegelsberg. "Für gewöhnlich haben die Heimgärtner Mitte April schon die ersten arbeitsreichen Wochen hinter sich, haben einen Überblick, was sie gerne ausdünnen wollen und wissen, wo sie noch neue Pflanzen brauchen."

"Doch in diesem Jahr ist eben alles anders", ergänzt Liane Walter, Gründerin der Pflanzenbörse. Kein Wunder, dass die Tauschaktion, die sich seit nunmehr 19 Jahren in Riegelsberg eines großen Zuspruchs erfreuen kann, diesmal eher mäßigen Widerhall findet. Kurz nach 10 Uhr trifft Bärbel Eggenstein am Stand der Pflanzenbörse ein. Die Christrosen haben es ihr sofort angetan. Zum Tauschen hat sie selbst nichts mitgebracht. "Bei mir ist noch nichts richtig rausgekommen. Ich habe einen großen Garten und nutze das Angebot der Pflanzenbörse regelmäßig. Das ist eine hervorragende Sache. Viel besser, als wenn man überflüssige Pflanzen wegwirft."

Über ihre neuen Christrosenableger freut sich die Riegelsbergerin sehr und steckt eine kleine Spende in die Sammelbüchse. Carmen Struth aus Walpershofen bückt sich neugierig über die Pflanzenkörbe. "Was das wohl alles ist?" "Ganz einfach: Das hier sind Kornblumen, Akelei und Oregano", erklärt Hans Maximini. Carmen Struth beginnt zu strahlen. Sie ist heute zum ersten Mal zur Pflanzenbörse gekommen.

"Wir haben ein altes Bauernhaus mit einem großen Bauerngarten. Uns fehlen noch viele, viele Pflanzen, vor allem Flocks oder Frauenmantel wären prima." "Frauenmantel ist genau das, was ich in Unmengen bei mir im Garten habe", sagt Doris Kraemer. "Auch Storchenschnabel, Glockenblumen, Astern. Von denen kann ich immer etwas abgeben."

Helga Fritz, regelmäßige Besucherin der Pflanzenbörse, lobt: "Hier finde ich immer heimische Pflanzen, die nicht so hochgezüchtet, sondern robust sind." "Da braucht man sich keine Sorgen zu machen, dass sie im nächsten Jahr eingehen", ergänzt Erich Frohmann.

"Für viele Besucher der Pflanzenbörse sind die Ratschläge der anderen ‚Gartenmurkser‘, wie sich so manche Hobbygärtner gerne nennen, von großer Bedeutung", erzählt Gisela Heimer. "Fuchsien muss man im Herbst stark zurückschneiden", erklärt Heinz Schneider. "Wer mir im Herbst zuguckt, der denkt, ich hätt‘ se nicht mehr alle", meint das Nabu-Mitglied. "Doch in Wirklichkeit gilt: Wenn man Tränen in die Augen bekommt, hat man erst die Hälfte zurückgeschnitten."