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Von „Abstand halten“ bis „Erneuerbare Energie“

Riegelsberg. Bei der Riegelsberger Einwohnerbefragung zum Thema Windkraft stehen am 2. November zwei konkrete Fragen zum Projekt im Fröhner Wald und drei allgemeine Fragen auf dem Fragebogen. Auch das Thema Mindestabstand spielt dabei eine Rolle. Marco Reuther

Ein Din-A-4-Blatt mit fünf Fragen und je drei Kästchen zum Ankreuzen. So sieht der Fragebogen zur "Einwohnerbefragung zum Thema ‚Windkraft in Riegelsberg '" aus. Die Fragen teilen sich dabei in zwei Blöcke: Die Fragen 1 und 2 befassen sich konkret mit dem Windparkprojekt Fröhner Wald, Frage 3 bis 5 befassen sich allgemein mit der Windkraft. Als Antwort ankreuzen kann man jeweils "Ja", "Nein" oder "Enthaltung".

Thema Mindestabstand


Zum ersten Frageblock heißt es einleitend: "In Abhängigkeit der endgültigen Festlegung des Abstandes zur Wohnbebauung im erneuten Planfeststellungsverfahren sind 3 oder 4 Windräder geplant. Beim Bau von 3 Windrädern beträgt der Abstand ca. 890 Meter zur nächstgelegenen Wohnbebauung, beim Bau von 4 Windrädern ca. 700 Meter."

Frage 1: "Stimmen Sie dem Projekt ‚Windpark Fröhner Wald' mit 3 Windrädern in der im Flächennutzungsplan dafür ausgewiesenen Konzentrationszone zu?"

Frage 2: Stimmen Sie dem Projekt "Windpark Fröhner Wald" mit 4 Windrädern in der im Flächennutzungsplan dafür ausgewiesenen Konzentrationszone zu?

Über den Fragen drei bis fünf steht einleitend: "Grundsätzliche Fragen zum Klimaschutz und Einsatz erneuerbarer Energien in der Gemeinde Riegelsberg ."

Frage 3: "Die Gemeinde Riegelsberg will den Ausstoß von Treibhausgasen mindern, den Gesamtenergieverbrauch reduzieren und den Einsatz erneuerbarer Energien erhöhen. Unterstützen Sie solche Klimaschutzziele auch?" Frage 4: "Befürworten Sie grundsätzlich den Ausbau erneuerbarer Energien z. B. durch Errichtung von Windkraftanlagen?"

Frage 5: "Finden Sie die Möglichkeit einer finanziellen Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an Windkraftprojekten gut?"

Die Fragen 1 und 2 relativieren sich inzwischen dahin gehend, dass die "montanWIND" als Betreiber nicht mehr von vier, sondern von drei Windrädern ausgeht, die gebaut werden sollen. Denn inzwischen geht man eher davon aus, dass der Kooperationsrat des Regionalverbandes sich letztendlich auf einen Mindestabstand von 800 festlegen wird statt, wie früher geplant, 650 Meter. Absolut sicher ist dies aber noch nicht. Ein Mindestabstand von 800 Metern, der nicht unterschritten werden darf, würde im Falle des Fröhner Waldes zu einem realen Mindestabstand von 890 Meter des am nächsten an einer Wohnbebauung liegenden Windrades führen.

Weitere Investoren interessiert?

Im Verein "Fröhner Wald - für Mensch und Natur" (aus der BI Fröhner Wald hervorgegangen) befürchtet man dagegen, dass weitere Investoren Interesse an dem Windrad-Vorzugsgebiet im Fröhner Wald zeigen könnten und so irgendwann - insbesondere wenn es doch bei 650 Meter Mindestabstand bleiben sollte - weitere Windräder im Fröhner Wald stehen könnten.

Die Einwohnerbefragung insgesamt dient in erster Linie dem Erstellen eines Meinungsbildes, denn die Gemeinde Riegelsberg ist in der Sache - unabhängig vom Befragungsergebnis - nicht weisungsbefugt.