Viele warten auf die Drei Könige

Mit Krone und Kreide: Die Saarbrücker Zeitung begleitete zwei Sternsingergruppen auf ihrem Weg in Riegelsberg durch die Hixberger Straße und das Ostpreußenviertel. Viele Türen öffneten sich.

Susanne Krause.

Samstagmorgen, 9 Uhr: Drei Grad Celsius, der Himmel ist verhangen, leichter Nieselregen.

Kein schöner Start für die Sternsinger landauf landab, die nun allerorts ihre Segenswünsche von Haus zu Haus tragen und für notleidende Kinder in Bolivien sammeln. Die Saarbrücker Zeitung begleitet zwei Gruppen, die am Pfarrheim St. Matthias starten, und deren Einsatzgebiet das Ostpreußenviertel ist. Die Hixberger Straße laufen die beiden Gruppen, die aus je zwei Betreuerinnen und drei Sternsingern bestehen, noch gemeinsam ab.

Samian Gadelrabb trägt stolz den Sternenstab, Sophia Karr und Inka Mielczarek richten noch einmal ihre selbst gebastelten Kronen und klingeln dann an der Haustür von Familie Krause in der Hochstraße. Susanne Krause hat schon auf die "Heiligen Drei Könige" gewartet, ihre beiden Kinder Jakob und Johanna sind auch als Sternsinger auf Tour. "Für mich ist es wichtig, dass Kinder diese christliche Tradition fortführen und den Segen in unser Haus tragen", sagt die Riegelsbergerin. "Das gibt uns allen ein gutes Gefühl."

Neben einer Spende hat Susanne Kraus auch noch ein paar Süßigkeiten für "Caspar, Melchior und Balthasar" bereitgestellt, was den "drei Königen" sofort ein Lächeln ins Gesicht treibt. Eine erfreuliche Erfahrung, die die drei Grundschüler an diesem Morgen noch häufig machen werden.

"An vielen Türen warten die Bewohner auf uns", erzählt Emmeli Traut, die als erfahrene Messdienerin die Gruppe der kleinen Sternsinger betreut. An manchen Häusern bleiben die Türen jedoch verschlossen. "Vielleicht ist es noch zu früh, andere werden wohl unter der Dusche stehen oder schon zum Einkaufen aufgebrochen sein", mutmaßt Lilli Bettscheider, die als evangelische Christin die zweite Sternsingergruppe mit Anna Riefer, Melina Eichhorn und Elaine Roth betreut. Entmutigen lassen sich die Sternsinger davon jedoch nicht. Denn immer wieder erleben sie "kleine Wunder" an den Haustüren. "Da stehen junge und ältere Menschen an den Türen. Manche werfen sogar 20-Euro-Scheine in unsere Sammelbüchse", strahlt der zehnjährige Samian. "Am häufigsten wandern Fünf- oder Zehn-Euro-Scheine in unsere Spendendosen, einige werfen nur Zwei- oder Ein-Euro-Stücke rein", ergänzt die neunjährige Inka. "Manche Spender leeren einfach ihren Geldbeutel aus, dann sind auch Centstücke dabei", sagt die neunjährige Sophia.

In der Hixberger Straße steht Ursula Duval schon an der Tür, als die Sternsinger klingeln. "Ich warte jedes Jahr auf euch", erzählt sie. "Für mich ist das der Abschluss der Adventszeit. Ich bewundere die Kinder, die trotz Kälte und Regen für einen guten Zweck durch die Straßen ziehen."

In der Tilsiter Straße ist Irmgard Wilhelm froh, als die Sternsinger klingeln. "Manchmal war ich nicht zuhause und war enttäuscht, dass ich den Segen nicht bekommen habe."

Was treibt die Kinder an, sich als Sternsinger zu engagieren? Für Inka, Melina, Sophia und Samian ist es einfach schön, sich für arme Kinder einzusetzen und ihnen mit Spenden zu helfen. Elaine ergänzt, dass sie zusätzlich auch den Spaziergang durch die frische Luft mag und Anna sagt schelmisch, dass sie sich auch über die Süßigkeiten freut.