Verliebt ins charmante Riegelsberg

Riegelsberg ist nach Überzeugung von Ortsvorsteher Walter eine vorzügliche Wohnkommune mit einem ausgeprägten Vereinsleben. Für Kinder könnte man aber mehr machen, und die vielen Ampeln nerven ihn.

Heiko Walter (37, CDU ) ist der jüngste aller Ortsvorsteher im Köllertal. Im Juli 2014 war er erstmals in dieses Amt gewählt worden. Seine Bilanz: "Es läuft gut, die Arbeit macht Spaß. Aber es fordert mich doch mehr, als ich gedacht hatte. In meiner Doppelfunktion als Selbstständiger und Ortsvorsteher würde ich mir manchmal wünschen, dass der Tag 48 Stunden hat."

Mit Humor unterwegs

Walter sagt von sich selbst, "dass er ein optimistischer Typ und gerne mit Humor unterwegs ist". Die Antriebsfeder, Ortsvorsteher zu werden, war seine Liebe zu Riegelsberg : "Ich möchte alles, was möglich ist, für meinen Ort tun. Mir liegt Riegelsberg sehr am Herzen. Ich will mithelfen, dass es so schön bleibt oder noch schöner wird." Etwa 13 000 Einwohner hat Riegelsberg , das es nach dem Zusammenschluss der historischen Ortsteile Güchenbach, Hilschbach und Überhofen ja erst seit 1939 gibt. Was ist das Besondere am Ort? "Wir haben sehr viele Vereine , Institutionen, Gruppen und Personen, die sich engagieren und Riegelsberg ein eigenes Gesicht mit sehr viel Charme verleihen", so Walter. Die Infrastruktur mit Kindergärten, Schulen, Ärzten, Einkaufsmöglichkeiten sei ausgezeichnet. Sehr stolz ist er darauf, noch ein Freibad anbieten zu können.

"Riegelsberg ist sehr attraktiv. Man kann hier gut leben", fasst Walter zusammen. Und es werde noch schöner, wenn das "Wohnzimmer" - der Marktplatz - mal fertig ist. "Das wird eine tolle Sache, erst recht, wenn der Stadtbalkon da ist. Schon jetzt sind bei schönem Wetter, trotz Bauphase, alle Plätze in der Außengastronomie voll belegt, man kann bis in die Nacht feiern."

Aber Walter verkennt auch nicht die Probleme von "Ampelhausen", wie Riegelsberg wegen der vielen Verkehrsampeln genannt wird. "Die Ampeln nerven. Die Verkehrssituation auch. Da müssen wir noch viel in den Gremien tun, damit sich da was ändert." Auch der Wegfall einiger Buslinien stört ihn. "Weil Parallelverkehr verboten ist, darf kein Bus neben der Saarbahn fahren. Dadurch hatte der Stumpen die Anbindung an Riegelsberg-Süd verloren, aber auf mein Tun hin wurde ein Anrufsammeltaxi eingeführt, das nun diese Strecke bedient und die Leute vom Stumpen wieder anbindet", erzählt er stolz.

Vereinsschau ins Leben rufen

Walter will noch mehr tun: "Ich habe da einige Ideen, die ich gerne umsetzen würde." Zum Beispiel möchte er für die Kinder Themenspielplätze anbieten. "Ich denke an einen Wasserspielplatz und an einen Piratenspielplatz." Öffentliche Flächen am Russenweg, in Güchenbach und den Ortseingängen will er optisch aufwerten. "Blumenschmuck kostet nicht viel, ist aber ein Blickfang." Einen "Infopoint" für Vereine will der Ortsvorsteher installieren: "Ich denke an eine digitalisierte Litfaßsäule. Einen zentralen Punkt also, wo Vereine ihre Veranstaltungen geballt präsentieren können. Schön wär's, einen Sponsor dafür zu finden, der sich dort ja dann auch vorstellen kann." Und er möchte eine Vereinsschau ins Leben rufen. "Die ähnlich wie die Gewerbeschau alle zwei Jahre stattfindet, wo Vereine Mitmachprogramme anbieten und für sich werben können. Das wäre eine Win-Win-Situation für Vereine , Zugezogene und Gemeinde, würde allen einen Schub geben."

Und Heiko Walter hat einen Traum: "Weil ich Riegelsberg liebe und hier wohnen bleiben will, möchte ich irgendwann einmal Bürgermeister der Gemeinde werden."

Zum Thema:

Zur Person Heiko Walter ist 37 Jahre alt, wurde in Saarbrücken geboren, zog mit seiner Familie aber schon in seinem ersten Lebensjahr nach Riegelsberg . Walter ist ledig und ungebunden. Von Beruf ist er selbstständiger IT-Berater und betreut Firmen und Büros in den Bereichen Hard- und Software. 1998 engagierte er sich zunächst in der Jungen Union, seit 2001 ist er Mitglied im CDU-Ortsverband, wo er verschiedene Vorstandsposten innehatte. Seit 2009 gehört er sowohl dem Ortsrat als auch dem Gemeinderat an. Außerdem ist Heiko Walter Mitglied im Karnevalsverein und im Obst- und Gartenbauverein. dg

Mehr von Saarbrücker Zeitung