Verlegen eines Tretbeckens wurde im Riegelsberger Gemeinderat zum Problemfall.

Problemfall : Rat knabbert am Kneipp-Becken

Verlegen eines Tretbeckens wurde im Riegelsberger Gemeinderat zum Problemfall.

Der Ortsrat Riegelsberg fühlt sich von der Gemeindeverwaltung bei der geplanten Verlegung der Kneipp-Anlage übergangen und nicht ernst genommen. Die Kneipp-Anlage zwischen dem Riegelsberger Freibad und dem Sportplatz Am Wäldchen war Ende 2018 außer Betrieb genommen worden, weil es an dem Wassertretbecken und auch am Armbecken über Jahre zu Vandalismusschäden und mutwilligen Verschmutzungen gekommen war.

Der Kneipp-Verein Riegelsberg hatte die Anlage immer wieder gereinigt,  und die Polizei machte Stichproben-Kontrollen, doch die Täter konnten nie ermittelt werden. Im Gemeinderat hatte daher die Verwaltung den Antrag gestellt, 7000 Euro für das Verlegen des Tretbeckens hinter das Awo-Seniorenheim am Rathaus zu bewilligen. Da sich der Kneipp-Verein für das Schließen des Tretbeckens ausgesprochen hatte, soll die Anlage jetzt in die Verantwortung der Awo übertragen werden.

Patricia Dillinger, unabhängiges Gemeinderatsmitglied im Ortsrat für Die Linken, kritisierte: Der Ortsrat, seit einem Jahr mit der Sache befasst, habe eigene Vorschläge gemacht, die Verwaltung sei darauf nicht eingegangen. Ähnlich sah es Ortsvorsteher Heiko Walter (CDU). Der Ortsrat habe drei Prüfanträge gestellt – die Anlage einzuzäunen, die Anlage ins Schwimmbad zu verlegen oder einen anderen Standort vorzuschlagen. Doch statt über das Ergebnis der Prüfaufträge informiert zu werden, sei der Ortsrat vom Vorschlag der Verwaltung überrascht worden. Bürgermeister Klaus Häusle (SPD) verteidigte seine Vorgehensweise und erklärte den Ortsrat in dieser Sache für nicht zuständig, es handele sich um ein Geschäft der laufenden Verwaltung.

Jutta Christmann (CDU) nannte das Vorgehen der Verwaltung „ein unmögliches demokratisches Verhalten“ und appellierte an die Ratsmitglieder: „Es kann nicht sein, dass der Gemeinderat dem Verwaltungsvorschlag zustimmt und damit den Ortsrat ignoriert.“ CDU-Fraktionssprecher Stephan Müller-Kattwinkel schlug vor, dass sich der Ortsrat noch einmal mit der Thematik befassen und dabei das Verlegen hinter das Seniorenheim – also den Verwaltungsvorschlag – miteinbeziehen soll. Dem stimmte der Gemeinderat geschlossen zu.

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