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Verein im Einsatz für Köllertaler Heimatgeschichte

Heimatgeschichte bewahren : Reise durch Köllertaler Heimatgeschichte

Der Verein für Industriekultur und Geschichte legt einen Neustart hin mit Franz-Josef Warken an der Spitze.

Über Jahrzehnte hinweg gesammelte Dinge des alltäglichen Gebrauchs finden sich im Magazin des 2003 gegründeten Vereins Heimatstube. Ein Bereich ist voll mit alten Schreibmaschinen, ein anderer mit Fotoapparaten, in einem alten Bauernschrank befinden sich hübsche Leinen-Nachthemden mit Stickereien und Namensinitialen. Eine ganze Schusterwerkstatt erinnert an dieses alte Handwerk, und eine Sammlung von Lebensmitteln und Verpackungen aus der Nachkriegszeit schmückt mehrere Glasvitrinen. Eine nostalgische Reise durch mehrere Jahrzehnte Köllertaler Lokalgeschichte, eingelagert im Keller der ehemaligen Hauswirtschaftsschule in der Hauerstraße.

Im Mai 2016 wurde der Verein Heimatstube-Museum mit dem Verein für Industriekultur und Geschichte (VIG) vereinigt. Die wichtigsten Anliegen des VIG sind das Erinnern, Gedenken, Sammeln und Bewahren der örtlichen Historie sowie die Publikation historisch interessanter Geschehnisse. Besonderes Augenmerk will der VIG dabei auf die bereits vorhandenen Sammlungen der ehemaligen Heimatstube legen. Im November 2017 erkrankte der Vorsitzende des VIG und Motor heimatkundlicher Erinnerung, Karl-Heinz Janson, schwer. Im März starb er. Fortan standen zwei Fragen im Raum: Was wird aus dem VIG, zumal auch weitere Vorstandsmitglieder aus Altersgründen auf eine Verjüngung des Vereins drängten? Und wie geht es mit der Sammlung von Exponaten aus Haus, Hof, Landwirtschaft, Gewerbe, Vereinen und Verbänden in Riegelsberg weiter?

Mit der Wahl des Riegelsberger Architekten Franz-Josef Warken zum neuen 1. Vorsitzenden gelang nun der Neustart beim VIG. Zu seinem Vorstandsteam zählen Monika Jungfleisch (2. Vorsitzende), Rainer Feld (Kassenwart), Dr. Carolin Lehberger (Schriftführerin), Jürgen Conrad, Ehrenvorsitzender Norbert Krämer, Helmut Maas und Frank Schmidt (Beisitzer).

Die Zukunft der Sammlungsstücke der ehemaligen Heimatstube will der VIG-Vorstand nun auch angehen: „Aber wie bringen wir Ordnung in diese Sammlung?“, fragte sich Franz-Josef Warken. Da kam der Vorstoß seiner Vorstandskollegin Dr. Carolin Lehberger ganz recht, den Leiter des Historischen Museums Saar, Simon Matzerath, nach Riegelsberg einzuladen. Bevor es in die „Katakomben“ der Heimatstube ging, zeigten Franz-Josef Warken, Monika Jungfleisch und Dr. Carolin Lehberger dem Museumsdirektor die Foto-Ausstellung im Rathaus Riegelsberg zum Thema „Wirtschaftswunder an der Saar“. Hierzu hatte der VIG unter Federführung von Lehberger ergänzende Ausstellungsstücke der Heimatstube beigesteuert. „Ein guter Ansatz, Vergangenes sichtbar zu machen“, lobte Matzerath die Ausstellungsidee.

Anschließend verschaffte er sich einen Einblick in die Sammlung der ehemaligen Heimatstube in Riegelsberg. Die Masse an Exponaten beeindruckte ihn, dennoch lautete sein Plädoyer: Der VIG sollte besser Schwerpunkte der regionalen Geschichte des Köllertals sammeln und sich von Gegenständen trennen, die keinen unmittelbaren lokalen Bezug haben. So war er zum Beispiel sehr angetan von den Nachlässen der Brauerei Gross, die über viele Jahre das Ortsbild von Riegelsberg geprägt hat.

Matzerath: „Lokale Geschichte lebendig werden zu lassen, ist leichter gesagt als getan. Ich wünsche dem VIG weiterhin soviel Enthusiasmus für die Neukonzeption wie ihn der Verein in der Vergangenheit an den Tag gelegt hat und neben der ideellen und fachlichen Unterstützung auch finanzielle Hilfe.“