Umstrittener Trainerwechsel

Der 1. FC Riegelsberg hat den zur neuen Saison geplanten Trainerwechsel vorgezogen, um der Mannschaft einen neuen Impuls im Abstiegskampf zu geben. Doch die ist mit diesem Schritt nicht glücklich.

Riegelsberg. Paukenschlag beim abstiegsbedrohten Fußball-Saarlandligisten 1. FC Riegelsberg vor dem Heimspiel an diesem Samstag gegen die SVGG Hangard (15.30 Uhr): Der Verein hat sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Franco Gagliardi getrennt. Neuer Trainer ist Stefan Urnau, der Gagliardi erst zu Beginn der neuen Saison ablösen sollte. Urnau springt sofort ein und betreut parallel dazu auch noch die zweite Mannschaft weiter.

"Ganz schlechter Stil"

"Franco Gagliardi hat vier Jahre lang gute Arbeit geleistet. Aber wir greifen zu diesem letzten Mittel, um die Mannschaft wach zu rütteln und neue Kräfte freizusetzen", begründet Horst Pelzer, der zweite Vorsitzende Sport, die Trennung. Am Sonntagnachmittag, einen Tag nach der 2:4-Niederlage in Wiesbach, hatte der Vorstand getagt und die Trennung beschlossen. "Wir sind kein Verein, bei dem Trainerentlassungen etwas Alltägliches sind. Und mir persönlich tut es auch unheimlich leid. Aber vielleicht gelingt es uns, ein paar Körner zusätzlich aus der Mannschaft rauszuholen", sagt Pelzer.

Dies darf man jedoch mit einem Fragezeichen versehen, denn als die Mannschaft am Montagabend über die Vorstandsentscheidung informiert wurde, gab es kaum Verständnis. "Mich haben 80 Prozent der Spieler angerufen und gesagt, diese Entscheidung würden sie nicht verstehen", sagt Gagliardi. Auch Urnau bestätigt: "Die Mannschaft hat das nicht unbedingt positiv bewertet. Sie ist der Meinung, das war nicht notwendig. Wenn schon ein Trainerwechsel, dann hätte man das im Winter machen sollen." Urnau wurde von der Entscheidung des Vorstandes überrascht: "Ich konnte ja schlecht nein sagen, auch mir wäre es anders lieber gewesen."

Franco Gagliardi hat Verständnis für die Entscheidung, ist aber mit der Art und Weise, wie ihm gekündigt wurde, nicht einverstanden: "Wenn der sportliche Erfolg ausbleibt, ist so etwas immer die logische Konsequenz. Aber das macht man anders. Dass mir beim Abendessen telefonisch gekündigt wurde, war ganz schlechter Stil. Ich bin ja richtig froh, dass die Kündigung nicht per SMS kam", meint er sarkastisch. Gagliardi betont, dass er die Saison gerne zu Ende gebracht hätte. "Ich bin mir sicher, dass wir die Klasse gehalten hätten, denn jetzt kommen mit Hangard, Bübingen, Reimsbach, Diefflen und Borussia Neunkirchen II nur noch Mannschaften aus dem unteren Drittel."

Gegen Hangard steht Urnau erstmals in der Verantwortung. "Das muss man gewinnen, wenn man die Klasse halten will", sagt er. Er kündigt personelle Veränderungen an, zumal sich Dominik Schommer wegen einer Magen-Darm-Geschichte krank gemeldet hat und nicht spielen kann. Auch der Einsatz des angeschlagenen Steven Vogl ist fraglich. Wird es taktische Veränderungen geben? "Eher nicht. Gaggi hat schon sehr viel richtig gemacht. Unser Problem ist der Angriff, wir schießen zu wenig Tore. Da muss ich den Hebel ansetzen", sagt Urnau: "Es ist wichtig, dass jeder mitzieht."

Zahlreiche Abgänge

Aber werden auch die Spieler mitziehen? Insbesondere die, die den Verein verlassen? "Ich appelliere an die Ehre aller Spieler. Sie sind in der Pflicht, alles zu geben", betont Pelzer. Und Urnau meint: "Es ist ja kein Bewerbungsschreiben, wenn man als Absteiger zu seinem neuen Verein kommt." Riegelsberg verlassen werden nach Saisonende Steffen Simon (SV Klarenthal), Sven Gierke (Röchling Völklingen), Dominik Schommer (FSV Jägersburg), Mathias Groß und Marc Grewenig (beide FV Eppelborn), Jonas Dostert (SC Brebach), Pascal Treyer (FC Rastpfuhl) sowie Marc Speicher (FSG Bous).

Gerüchte besagen, dass noch mehr Spieler gehen werden. Vom aktuellen Kader sollen nur Maurice Urnau und Christoph Schulze übrig bleiben. Dazu sagt Stefan Urnau: "Die Vielzahl der Spieler, die gehen werden, hat mich schon erschreckt. In diesem Ausmaß habe ich nicht damit gerechnet." Trotzdem: "Wir werden in der nächsten Saison eine gute Mannschaft haben." Ein weiteres Gerücht besagt, dass Riegelsberg bei einem Abstieg die zweite Mannschaft abmelden wird. Dazu sagt Horst Pelzer deutlich: "Das ist völliger Quatsch."