Tuberkulose: Nicht alle Betroffenen in Riegelsberg vor Gefahr gewarnt?

Nicht ganz ungefährliche Informationslücke : Tuberkulose: Nicht alle vor Gefahr gewarnt?

Eine zweite Praktikantin hat erst aus der Presse erfahren, dass sie mit einer Erkrankten Kontakt hatte. Sie wartet jetzt auf einen Bluttest.

„Ich war fassungslos“, sagt der Vater einer jungen Frau, die als Praktikantin in einem Riegelsberger Kindergarten eingesetzt war – und dabei auch mit einer anderen Praktikantin Kontakt hatte, die, wie sich später herausstellte, an Tuberkulose erkrankt war. Wir berichteten über den Fall und die Info-Veranstaltung, die es für die Eltern der Kita-Kinder gegeben hatte.

Was den Vater erzürnt: „Wir wurden weder zum Info-Abend eingeladen noch auf andere Weise vom Gesundheitsamt oder der Kita-Leitung informiert und haben nur aus der Zeitung von der Sache erfahren.“ (Anmerkung der Redaktion: Auch die Presse hatte nicht durch das Gesundheitsamt, sondern von betroffenen Eltern über den Krankheitsfall erfahren.) Als klar war, dass die erkrankte Praktikantin aus Saarbrücken an Tuberkulose litt, da hatte die andere Praktikantin bereits nicht mehr in der Kita gearbeitet und somit auch vor Ort keine Informationen bekommen.  Ihr Vater folgert: „Es sind also nicht alle Menschen informiert worden, die Kontakt mit der Erkrankten hatten.“

Der Vater wollte dann sofort beim Gesundheitsamt einen Bluttest organisieren, um die Erkrankung  (die erst dann ansteckend ist, wenn sie ausbricht) bei seiner Tochter ausschließen zu können.  „Am Montag, 14. Januar, habe ich beim Gesundheitsamt angerufen, da hieß es, innerhalb von zwei Wochen würde der Test gemacht – das ist bis heute nicht geschehen“, bereits am Mittwoch habe er nachgehakt, da habe man dann gesagt, die Untersuchung erfolge in der Woche zwischen dem 11. und 15 Februar. „Ich bin entsetzt“, so der Vater, „dass das Gesundheitsamt so locker damit umgeht.“

Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung (falls sie überhaupt ausbricht) dauert etwa sechs bis acht Wochen, manchmal auch deutlich länger. In der Regel ist die Ansteckungsgefahr gering, aber eben nicht auszuschließen. Menschen, die bereits durch eine andere Erkrankung ein geschwächtes Immunsystem haben, können eher als Gesunde betroffen sein.

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