Tuberkulose-Fall in Riegelsberger Kita sehr sachlich diskutiert

Blutuntersuchungen bei Kontakt-Personen : Tuberkulose-Fall in Riegelsberger Kita sehr sachlich diskutiert

Der Andrang war groß, als Gesundheitsamt und Arbeiterwohlfahrt die Eltern aufklärten.

Ein Tuberkulosefall sorgt in Riegelsberg für Aufregung. Wie wir am Samstag berichteten, war diese Erkrankung bei einer Praktikantin im Kinder- und Familienzentrum (Kifaz) Ronnertswies nachgewiesen worden. Die Erkrankte ist Schülerin am Sozialpflegerischen Berufsbildungszentrum in Saarbrücken und absolvierte seit September ein Berufspraktikum im Riegelsberger Kifaz, das von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) geführt wird.

Im Rahmen eines Informationsabends stellte das Gesundheitsamt Saarbrücken am Freitagabend im Riegelsberger Rathaussaal mögliche Risiken und vorbeugende Maßnahmen vor. Der Saal war mit 150 Eltern und Kindern fast komplett gefüllt.

Peter Barrois, bei der Awo für den Bereich Kinder, Jugend und Familie verantwortlich, schilderte dabei die ersten Schritte, die unternommen worden waren. So sei das Gesundheitsamt am Montag vor einer Woche von der Kifaz-Leitung informiert worden, dass eine Mitarbeiterin an offener Tuberkulose (TB) leidet. Die Eltern wurden per Infobrief davon in Kenntnis gesetzt. Allerdings stand in diesem Brief nicht, dass es sich um TB, sondern nur, dass es sich um eine Infektionskrankheit handele. Awo-Pressesprecher Jürgen Nieser erklärte gegenüber der Saarbrücker Zeitung, dass den Eltern dann am Donnerstag telefonisch mitgeteilt worden sei, dass es sich um TB handelt. Diese Vorgehensweise sei in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt passiert, weil man Panik vermeiden wollte.

Dr. Alexander Birk, der Leiter für den Bereich Infektionsschutz beim Gesundheitsamt, sagte der SZ: „Es wurde ruhig und besonnen gehandelt, denn Tuberkulose ist immer noch ein Schreckgespenst.“ Er informierte im Riegelsberger Rathaus darüber, wie real eine Gefahr für die Kinder im Kifaz ist, ob es eine Gefährdung der Kontaktpersonen, also der Eltern oder Großeltern, gibt und wie das Gesundheitsamt nun vorgehen wird.

Gefährdet seien nur Personen, die sich mit der Praktikantin täglich viele Stunden in einem geschlossenen Raum aufhalten. Eine Gefährdung der Eltern sei demzufolge ausgeschlossen, sagte Birk. Um jedoch auch das geringste Risiko auszuschließen, werde nun bei allen Kindern das Blut untersucht.

„Der Befund kommt dann innerhalb von zwei Tagen sehr schnell“, so Birk. Er versicherte: „Wir betreiben eine schnellstmögliche Abklärung und haben eine höchst mögliche Ergebnissicherheit. Es bestehen keine Nebenwirkungen bei dieser Diagnostik, und es werden keine Röntgenuntersuchungen nötig sein, es gibt also keine Strahlenbelastung.“

Sechs Wochen nach diesen Bluttests gibt es vorsorglich noch Kontrolluntersuchungen. Danach werden auch die Kontaktpersonen getestet. „Die Eltern brauchen sich um nichts zu kümmern“, betonte Birk. Sollte herauskommen, dass tatsächlich ein Kind an offener TB erkrankt ist, müsse es sechs Monate lang mit Antibiotika behandelt werden. Doch Birk schließt mit sehr großer Wahrscheinlichkeit aus, dass dieser Fall eintreten wird. „Und selbst wenn, dann haben wir das Kind immer im Auge“, sagte Birk. Sein Fazit: „Kein Kind ist in unmittelbarer Lebensgefahr.“

Die nachfolgende Diskussions- und Fragerunde im Rathaussaal verlief sehr ruhig und sachlich. Vorwürfe an die Arbeiterwohlfahrt oder das Gesundheitsamt gab es aus den Reihen der Eltern nicht.

Infos beim Gesundheitsamt Saarbrücken gesundheitsschutz@rvsbr.de bzw. unter Tel. (06 81) 5 06 53 81 oder -53 82 sowie beim Deutschen Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose und beim Robert-Koch-Institut.

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