1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Riegelsberg

Trübster Frühling seit 30 Jahren, verregnetster Herbst seit 15 Jahren

Trübster Frühling seit 30 Jahren, verregnetster Herbst seit 15 Jahren

Kalter und trüber Frühling, Mai fiel ins Wasser, sonnig-heißer Sommer, viel Regen im Herbst – so könnten Schlagzeilen für das Wetter des Jahres 2013 im Köllertal lauten. Wir ziehen eine kleine Wetter-Bilanz.

Allerlei Wetter-Kapriolen hatte 2013 zu bieten. Der Winter ging im Frühjahr in die Verlängerung, der Frühling war der trübste seit 30 Jahren - so kalt und nass wie seit 1996 nicht mehr. Zur Entschädigung gab's einen der schönsten und wärmsten Sommer der letzten Jahre - und den trockensten seit 2003. Schließlich fiel der Herbst komplett ins Wasser, es war der regenreichste seit 15 Jahren, mit wenig Sonne und vielen trüben Tagen. Und im viel zu milden Dezember fand der eigentliche Winter überhaupt nicht statt.

Im Gegensatz zum Vorjahr war 2013 ein nasses Jahr, denn bei einer Regensumme von 1007 Liter auf den Quadratmeter an meiner Messstation in Eiweiler wurde ein leichtes Plus von zehn Prozent erreicht, was vor allem aus den sehr regenreichen Monaten Mai, September und Oktober resultierte.

Im Januar begann das Jahr 2013 zunächst ziemlich mild und erst ab dem zweiten Januardrittel änderte sich die Großwetterlage, als eine längere Winterperiode mit Schnee und mäßigem Frost einsetzte. Dazwischen kam es am 19. und 20. Januar zu einer extremen Glatteislage. Gegen Ende Januar unterbrach Tauwetter mit viel Regen und Wind bei Temperaturanstieg bis 11 Grad den Winter.

Mild verlief der Start in den Februar, ehe am 5. ein heftiges Winter-Gewitter eine neue Kältewelle einleitete, die den ganzen Monat dominierte und zu 25 Frosttagen geführt hat.

Der Frühling machte sich im spätwinterlichen März einen faulen Lenz. Das Köllertal erlebte dabei den kältesten März seit 1996 - sogar Mitte März trat noch strenger Frost von minus 10,5 Grad auf.

Der April legte im ersten Drittel einen Kaltstart aufs Parkett bei einstelligen Höchstwerten und Nachtfrösten. Es folgte ein stetiges Auf und Ab zwischen Kälte-rückfällen mit Polarluft und Vorstößen frühlingshaft milder Luft.

Der Wonnemonat Mai fiel buchstäblich ins Wasser: Viel zu kühl, zu nass und vor allem ungewöhnlich trüb. Die Sonne schien noch nicht einmal halb so lang wie üblich. Am 24. Mai wurde der späteste Bodenfrost meiner Messreihe (seit 1987) registriert. Im gesamten Monat herrschte unbeständige Witterung mit häufig kräftigen Regenfällen, die zu Pfingsten auch unwetterartige Mengen brachten. Mit einer Regensumme von 168 Liter pro Quadratmeter war es der regenreichste Mai der letzten 25 Jahren.

Den Juni erlebte das Köllertal als einen ausgeglichenen Sommermonat, der zwischen dem 17. und 19. Juni für eine erste Hitzewelle mit Temperaturen bis 33,5 Grad gesorgt hatte, die danach durch eine markante Gewitterfront wieder vertrieben wurde. Das letzte Junidrittel verlief wechselhaft und kühler.

Der Juli zeigte sich als Hochsommermonat wie aus dem Bilderbuch. In der für den Sommercharakter richtungsweisenden Siebenschläferzeit zu Monatsbeginn stellte sich die Großwetterlage grundlegend um. Die Zugbahn der Tiefs verschob sich nach Nordeuropa und stabile Hochs übernahmen das Regiment. Es entwickelte sich eine dreiwöchige, sehr beständige Schönwetterperiode bei zunächst angenehmer Wohlfühl-Wärme, später strömte Heißluft ein, die das Thermometer auf über 30 Grad ansteigen ließ. Insgesamt wurden wir vom wärmsten Juli seit 2006 verwöhnt.

Zum Start in den August erreichte die Hitzewelle ihren Höhepunkt, der 2. August wurde mit 34,5 Grad zum heißesten Tag des Jahres in Eiweiler. In der Folge kam es nach Gewittern zu einer leichten Abkühlung, ehe es rasch wieder sonniger und sommerlich warm wurde.

Die erste September-Dekade bescherte uns noch einen hochsommerlich heißen Spätsommer, als zwei Tropentage (ab 30 Grad) auftraten, und mit 31 Grad dabei am 5. September sogar ein neuer September-Rekord meiner Wetterstation aufgestellt wurde. Auf diese späte Hitze folgten regnerische Tage mit deutlicher Abkühlung, und erst das letzte Monatsdrittel verwöhnte uns mit Altweibersommer bei Sonne und Höchstwerten über 20 Grad.

Bei einer Regensumme von 178 Liter auf den Quadratmeter trat der zweitnasseste Oktober der Messreihe auf - so regenreich war der Monat zuletzt 1998. Der goldene Oktober fiel dabei regelrecht ins Wasser, und am 23. Oktober lösten sintflutartige Regenfälle mit einer Menge von fast 60 Litern pro Quadratmeter im Köllertal Überschwemmungen aus.

Die regenreiche Periode setzte sich auch im ersten November-Drittel nahtlos fort, es war dabei sehr mild mit Temperaturen bis 14 Grad. Danach etablierte sich eine ruhige Hochdrucklage mit einer oft grauen Hochnebeldecke, die für viele trübe Novembertage bei einstelligen Temperaturen verantwortlich war. Einen Hauch von Frühwinter gab es am 21. November mit dem ersten Schnee in der Nacht, der jedoch tagsüber wieder rasch taute.

Der Dezember war zunächst weiterhin hochdruckgeprägt durch eine stabile Hochdruckzone, aber es war nicht wirklich kalt. Ab Monatsmitte wurde es immer milder, phasenweise herrschte beinahe frühlingshaft anmutende Mildheit mit Höchstwerten über 10 Grad. Zudem war es im letzten Monatsdrittel regnerisch, sehr windig bis stürmisch und völlig unwinterlich. Dass es im Dezember keinen einzigen Tag mit Dauerfrost gegeben hat, bedeutet zusammen mit dem Dezember 2011 einen "Negativ-Rekord" der Messreihe. Außerdem wurde es nachts nicht kälter als minus 2,5 Grad. Der Winter steckte jedenfalls zum Jahresende in einem tiefen Winterschlaf.