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„Treppe abreißen und neu bauen“

„Treppe abreißen und neu bauen“

Eine ältere Frau ist auf den neuen Treppenstufen am Riegelsberger Markt gestürzt und hat sich im Gesicht verletzt. Ihr Mann, Architekt von Beruf, fordert, die Treppenanlage abzureißen und neu zu bauen.

Die neu verbauten Treppenstufen am Riegelsberger Marktplatz sorgen weiter für Diskussionen. Nach unserem Bericht über die unterschiedlich hohen Stufen, die leicht zu Stolperfallen werden können (SZ vom 30. März), hat sich Familie Binger aus Riegelsberg bei der Saarbrücker Zeitung gemeldet. Und berichtet, dass Brunhilde Binger-Weller am Vormittag des 16. Februar vor dem Anwesen Am Markt 3 über die neuen Stufen stolperte und sich im Gesicht verletzte.

Ihr Ehemann Manfred, Architekt von Beruf, meldete den Vorfall der Riegelsberger Gemeindeverwaltung und überließ der SZ den Schriftverkehr samt Fotos in dieser Angelegenheit. Demnach unterrichtete die Gemeinde ihre Haftpflichtversicherung von dem Unfall. Die GVV Kommunalversicherung in Köln schickte Brunhilde Binger-Weller ein Schreiben, in dem es unter anderem heißt: "Nach unserem Kenntnisstand lag die Verkehrssicherungspflicht zum Schadenzeitpunkt nicht bei der Gemeinde Riegelsberg , sondern beim bauausführenden Unternehmen. Die gesamte Treppenanlage war zum Schadenzeitpunkt noch nicht abgenommen. Unser Mitglied ist deshalb nicht der richtige Adressat einer möglichen Forderung."

Wenn die Treppe noch nicht abgenommen war, hätte sie verkehrssicher abgesperrt sein müssen, folgert Manfred Binger. So dass sich ein solcher Unfall, wie er seiner Frau widerfahren ist, nicht hätte ereignen können. Nach dem Sturz hat Binger nachgemessen und festgestellt: Die Stufen, die seiner Gattin zum Verhängnis wurden, haben im Mittel zwei beziehungsweise fünf Zentimeter.

Allein durch die unterschiedliche Höhe seien Unfälle programmiert, meint der Architekt. Zudem sei der obere Plattenbelag noch nicht auf die endgültige Höhe abgerüttelt gewesen und hätte allein deswegen schon nicht für den Verkehr freigegeben werden dürfen. Binger betont: "Nach meiner Einschätzung handelt es sich um einen Planungsfehler beziehungsweise Ausführungsfehler . . . Auch nachträgliche Kennzeichnungen und Markierungen der Stufenkanten können die Unfallgefahren nicht abwenden." Für Manfred Binger gibt es nur eine Lösung: "Treppenanlage abreißen, neue fachgerechte und unfallsichere Planung erstellen, neue Treppenanlage bauen unter fachlicher Aufsicht."