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Tour am renaturierten Köllerbach bei Walpershofen

Tour am renaturierten Köllerbach bei Walpershofen

Der Köllerbach ist nun, nach 16 Jahren Arbeit, komplett renaturiert. Gerade erst wurden in Walpershofen die Arbeiten am letzten Teilstück beendet. Was dort genau getan wurde, stellte Projektleiter Michael Boes vor.

In Zusammenarbeit mit dem NABU und der VHS Püttlingen ging es dieser Tage zwei Stunden lang um den renaturierten Köllerbach. Bei einer Wanderung stellte Projektleiter Michael Boes von der Landschaftsagentur Plus die Baumaßnahmen am jüngsten, 1,8 Kilometer langen, Teilstück vor.

Bei solchen Renaturierungsmaßnahmen gehe es häufig um Ausgleich und Ersatz für an einem anderen Ort zugepflasterte Flächen. Die Renaturierung generiert Ökopunkte, die dann etwa für den Bau eines Gewerbegebiets genutzt werden können. In Riegelsberg lief das allerdings etwas anders. "Hier gab es keine Verursacher. 90 Prozent der Kosten wurden vom Umweltministerium getragen, zehn Prozent von der Gemeinde", erklärte Boes. Und die Maßnahme trägt Früchte. Mittlerweile hat Boes von Anwohnern erfahren, dass der Biber erste Reviere in Walpershofen gefunden hat. Und er wies auf den verbesserten Hochwasserschutz hin: "Viele Retentionslagen wurden durch die Betonschalen im Bachbett nicht genutzt." Um solche Ausbreitungsflächen für das Wasser zu schaffen, wurden 10 000 Kubikmeter Erde am Gewässerrand ausgebaggert und damit eine Auenlandschaft geschaffen. Das Ausmaß machte er am Fassungsvermögen eines Sattelzuges deutlich: "Dieser fasst etwa elf bis 14 Kubikmeter", sagte Boes. Daneben wurde das Gewässer durch den Aushub der Schalen, durch zahlreiche Biegungen und durch Steine im Bachlauf verlangsamt: "Durch die langsamere Fließgeschwindigkeit werden die geschaffenen Auenbereiche früher überflutet, aber dann an ungefährlichen Stellen", erklärte er und: "Wir sind in der Beweispflicht, dass die Situation in der bebauten Ortslage durch die Maßnahme nicht schlimmer wird." Daneben wurden etwa Holzblöcke und Totholzrechen in den Bach integriert, die Treibgut bei Starkregen aufhalten sollen, bevor sie Engstellen wie Brückenbauten verstopfen. Angepflanzte Weidensetzlinge sollen an der ein oder anderen Stelle die Prallhänge, also das kurvenäußere Ufer, vor der Abtragung sichern. Andernorts wird die steile Böschung von einer Krainerwand aus gefällten Fichten gehalten. Sohlgurte aus versenkten Baumstämmen sowie davor und danach ausgelegte Steine halten hingegen mitgetragenes Sediment. Und auch dem Riesen-Bärenklau hat man den Kampf angesagt. Drei Jahre ist im Übrigen auch die Marke, in der die bauausführende Firma für den Erhalt der Maßnahmen sorgen muss, danach geht die Verantwortung in den Aufgabenbereich der Gemeinde über.