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SV Walpershofen nach Quotientenregel in die Verbandsliga Süd/West auf

Aufsteiger : Der SV Walpershofen ist erstmals Verbandsligist

Die Fußballer des SV Walpershofen stehen dank der Quotientenregel als Aufsteiger in die Verbandsliga Süd/West fest.

Die gute Nachricht erreichte die Fußballer des SV Walpershofen am Dienstagabend um exakt 19.31 Uhr. Da beschlossen die Vereinsvertreter beim virtuellen außerordentlichen Verbandstag des Saarländischen Fußballverbandes (SFV), dass die Teams, die in ihren jeweiligen Ligen Erster nach der Quotientenregel sind, zum Meister ernannt werden und in die nächsthöhere Spielklasse aufsteigen. Zuvor hatten die Club-Vertreter entschieden, die momentan wegen der Corona-Pandemie unterbrochene Spielzeit 2019/20 in den saarländischen Amateurligen abzubrechen.

In der Kneipe „Klim Bim“ am St. Johanner Markt in Saarbrücken brach dann um kurz nach halb Acht an zwei Zehner-Tischen großer Jubel aus. „Wir hatten uns dort mit der Mannschaft getroffen und die Entscheidung am Laptop verfolgt“, berichtet Walpershofens Spielertrainer Peter Oswald. Durch dieses Votum ist seine Mannschaft Meister und Aufsteiger in die Verbandsliga Süd/West. Die Blau-Weißen führen die Tabelle der Landesliga Süd nämlich mit zwei Punkten Vorsprung vor dem FC Kleinblittersdorf an. Da beide Teams gleich viele Begegnungen bestritten haben, hat Walpershofen logischerweise auch den besseren Quotienten.

Der Verbandsliga-Aufstieg ist für den SV der größte Erfolg der Vereinsgeschichte. „In dieser Liga hat der Club noch nie gespielt“, berichtet Oswald stolz. Den Titelgewinn feierten er und seine Mitstreiter nicht nur am Dienstag spontan in Saarbrücken, sondern auch am Mittwoch in Walpershofen. Bei aller Freude sagt Oswald aber auch: „Es wurde zwar schon ausgiebig gejubelt, aber es war doch was ganz anderes, als wenn man vorher ein Spiel hat und danach feiern kann.“

Der Meister will nun aber versuchen, zumindest einige der sonst bei Titelgewinnen üblichen Feier-Rituale nachzuholen: „Wir wollen noch Meister T-Shirts bestellen“, verrät Oswald. „Zudem ist vorgesehen, dass die für Ende Mai geplante und wegen Corona ausgefallene Mannschaftsfahrt im Juli oder im August nachgeholt wird.“

Als Hauptgrund für den großen Erfolg in dieser Spielzeit sieht der Spielertrainer vor allem die Entwicklung der Mannschaft in den vergangenen beiden Jahren, seit seinem Amtsantritt. „Wir sind gut zusammengewachsen, alle haben an einem Strang gezogen. Die Neuzugänge haben gut gepasst, und viele Spieler haben einen Schritt nach vorne gemacht“, sagt der 29-Jährige, der auch kommende Saison Trainer des SV bleibt (wir berichteten).

In der aktuellen Runde feierte der jetzt feststehende Meister in 19 Begegnungen satte 15 Siege. Hinzu kamen drei Unentschieden und nur eine einzige Niederlage (0:3 gegen den Tabellenvierten SV Rockershausen am 27. Oktober 2019). Trotz dieser starken Ausbeute dauerte es bis zum ersten Rückrundenspieltag, ehe die Blau-Weißen zum ersten Mal die Tabellenspitze übernahmen. Zuvor hatte lange Kleinblittersdorf ganz oben gestanden.

Der neue Meister verfügte auch über den torhungrigsten Angriff der Liga: Satte 71 Treffer in nur 19 Partien sind Ligaspitze. Spielertrainer Oswald ist mit 25 Treffern Torschützenkönig der Landesliga Süd vor Corentin Bund, der bis zur Winterpause für den SV Karlsbrunn spielte und dann zu Saarlandligist SC Brebach wechselte. Bund traf 22 Mal ins Schwarze.

Nach den Feierlichkeiten beginnen bei Walpershofen jetzt die Planungen für die Premieren-Saison in der Verbandsliga, wenn auch immer noch nicht klar ist, wann die Spielzeit 2020/21 beginnen kann. Oswald sieht sein Team für die Herausforderungen, die eine Etage höher auf Walpershofen warten, gut gerüstet. „Wir haben diese Saison einige Testspiele gegen Verbandsligisten gemacht und dabei gute Ergebnisse erzielt“, sagt der Übungsleiter. Als Saisonziel peilt er den Ligaverbleib an.

Auch in der neuen Spielklasse wollen die Blau-Weißen weitestgehend ihrem Aufstiegs-Team vertrauen: Abgänge wird es voraussichtlich keine geben. Zwei Neuzugänge sollen den SV-Kader noch etwas stärker machen: Vom Ligakonkurrenten FV 08 Püttlingen kommt Simon Hippchen. Der offensive Außenbahnspieler erzielte diese Saison zwölf Treffer für Püttlingen. Aus der A-Jugend der JSG Schwalbach wechselt Offensivspieler Joshua Both zum Verbandsliga-Aufsteiger.