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SV Walpershofen ist am Ziel seiner TräumeSF Heidstock schlagen den SV Rockershausen und schaffen Sprung in die Bezirksliga

Walpershofen. Auf diesen Tag hat der SV Walpershofen 31 Jahre lang gewartet: Im "Endspiel" der Fußball-Kreisliga A Warndt holte sich der Tabellenführer mit einem verdienten 3:1-Sieg gegen den mit sieben Spielern aus dem Oberliga-Kader angetretenen Zweiten SF Köllerbach II den Titel Von SZ-Mitarbeiter Fredy Dittgen

Walpershofen. Auf diesen Tag hat der SV Walpershofen 31 Jahre lang gewartet: Im "Endspiel" der Fußball-Kreisliga A Warndt holte sich der Tabellenführer mit einem verdienten 3:1-Sieg gegen den mit sieben Spielern aus dem Oberliga-Kader angetretenen Zweiten SF Köllerbach II den Titel.350 Zuschauer sahen bei brütender Hitze ein temporeiches, von viel Kampf, aber auch viel Klasse geprägtes Derby, in dem Walpershofen den besseren Start hatte. Nils Brehme (3. Minute) und Björn Queetz (8.) hätten die Gastgeber früh in Führung bringen können, scheiterten jedoch völlig freistehend an ihren Nerven. Dann aber blieb Nils Brehme eiskalt: Nach Ecke von links und Kopfballverlängerung von Queetz drosch er den Ball aus spitzem Winkel zum 1:0 ins Tor (19.). Köllerbach kam nach 30 Minuten durch einen Kopfball von Xherit Kadrija zum 1:1, doch postwendend machte Queetz nach Freistoßvorlage von Lukas Rech das 2:1. Mit Beginn der zweiten Halbzeit wurde Köllerbach stärker und drängte Walpershofen in die Defensive. Doch dort räumten Libero Pascal Mallon sowie die Manndecker Maximilian Hess und Lars Brehme alles ab. Was dennoch aufs Tor kam, wurde eine Beute des sicheren Torhüters Carsten Peters.Weil Walpershofen jetzt jedoch in der Offensive lahmte, brachte Spielertrainer Mallon Kim Winter für Andreas Feld. Und mit Winter kam wieder Feuer ins Walpershofer Angriffsspiel. Er war auch maßgeblich am 3:1 beteiligt. Queetz hatte ihn auf links steil geschickt, Winter legte im Strafraum uneigennützig quer, und Rech traf mit einem sehenswerten Seitfallschuss in den Winkel (75.). Das Tor zog Köllerbach den Zahn, denn die Gäste hätten nun drei Tore schießen müssen, um noch Meister zu werden. Am Schluss brachen dann alle Dämme. Pascal Mallon ertrank fast in Sekt- und Bierduschen und fand dennoch gefasste Worte: "Der einzige, der bei uns an den Titel geglaubt hat, war unser Vorsitzender Norbert Schrenk. Ich habe diese Mannschaft vor zwei Jahren als Abstiegkandidat Nummer eins der Liga übernommen. Was wir hier aufgebaut haben, ist unglaublich. Schade, dass der Titelgewinn nicht mit einem richtigen Aufstieg belohnt werden kann." Heidstock. Rüdiger Kreis vom Spielausschuss des Fußball-A-Ligisten Sportfreunde Heidstock rang nach Worten und Luft: "Jetzt einen Kommentar? Was soll ich da sagen? Der Hammer!" Es hat dank des 4:1 (1:1) gegen den SV Rockershausen also doch noch mit der Bezirksliga-Qualifikation geklappt. Was nach den vielen Spieler-Abgängen so nicht zu erwarten war, wie auch Trainer Fred Schneider sagt, der den Verein verlässt: "Wir haben uns in der Saison das Leben schwer gemacht. Aber im Großen und Ganzen muss man zufrieden sein. Mannschaft und Verein haben sich das verdient."Dass es dann aber am Ende noch einmal so knapp geworden war, nachdem der Qualifikationsplatz schon sicher schien und es in ein "Alles-oder-Nichts-Spiel" gegen den direkten Konkurrenten SV Rockershausen ging, sorgte für ein wenig Unmut. "Wir hätten es soviel einfacher haben können, aber jetzt eben so", hatte sich Kreis letzte Woche gesagt.So ging es dann in das "Endspiel" in brütender Hitze auf dem Heidstock, das auch noch alles andere als optimal für die Sportfreunde begann. Robin Rode hatte Rockershausen mit einem Traumtor aus 40 Metern in Führung gebracht. Doch Michele Milioto konnte ausgleichen. Nach der Pause drängte Rockershausen auf die erneute Führung, doch die Chancen blieben ungenutzt, worüber sich auch Ralph Müller, der Trainer des SV Rockershausen, richtig ärgerte: "Daran lag es größtenteils. Aber es hat dann irgendwann auch der Wille gefehlt." Denn dann kam Heidstock über drei Konter zum letztlich verdienten Sieg. Seiner Mannschaft macht Müller aber keinen Vorwurf: "Mit der Personaldecke war nicht mehr drin. Die vielen A-Jugendlichen haben über Wochen mit Doppelbelastung gespielt. Wir hatten zwar ein Polster nach der Vorrunde, aber mit dem Kader war es nicht zu halten." Und so qualifizierte sich am Ende Heidstock für die neue Bezirksliga, und Rüdiger Kreis hatte doch noch Luft für einen weiteren Satz: "Jetzt wird gefeiert." jbö "Der einzige, der bei uns an den Titel geglaubt hat, war unser Vorsitzender Norbert Schrenk."Pascal Mallon,Spielertrainer desSV Walpershofen