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Stöbern in Ramsch und Raritäten in Riegelsberg

Originelle Verkaufs-Ausstellung : Ausstellung bietet viele Raritäten

Von der „Steh-Seich-Bux“ bis zur Truhe: Sammlerstücke aus der Heimatstube gingen weg wie warme Semmeln.

Schon zur Eröffnung kamen etwa 70 Interessenten zu der ungewöhnlichen Ausstellung des Vereins für Industriekultur und Geschichte (VIG) Köllertal in die Riegelsberger Rathausgalerie. Dort gibt es nicht nur Sammlerstücke und Kurioses der Heimatstube aus „Urgroßmutters Zeiten“ – bis 17. Januar – zu sehen, sondern man kann die Teile auch kaufen.

Der Verein hat in seiner „Heimatstube“ in der Hauerstraße unzählige Ausstellungsstücke gesichtet, sortiert und inventarisiert. „Dabei stellten wir fest, dass wir vieles doppelt und dreifach haben“, erklärt Dr. Carolin Lehberger vom Vorstand des Vereins. Sie hatte dann auch gleich die Idee, im Zuge der Neuausrichtung der Heimatstube eine Auswahl der „gesammelten Schätze“ der Öffentlichkeit zu zeigen und ausgewählte Raritäten zu einem angemessenen Preis zugunsten der Jugendarbeit des Vereins zu verkaufen.

Bei der Ausstellungseröffnung staunten die Besucher über großformatige Ölbilder Köllertaler Maler, dekorative Verpackungen von Lebensmitteln und Haushaltswaren der 50er Jahre, textile Werkstücke aus Leinenstoffen, Schreibmaschinen, Spinnräder, alte Truhen, landwirtschaftliche Geräte, Haushaltsgeräte und Einrichtungsstücke. Die Ölbilder eines unbekannten Malers hatte die Riegelsberger Galeristen Ulrike Göpel fachgerecht restauriert, die Leinenkleider waren gemangelt und hingen dekorativ auf Wäscheleinen. Charly Engels, legendärer Köllertaler Kneipenwirt und Antiquitätensammler, hatte geholfen, die alten Musikinstrumente wieder aufzufrischen.

Bürgermeister Klaus Häusle sprach dem Verein ein dickes Lob aus: „Sie machen mit dieser Ausstellung Geschichte ein Stück erlebbar und begreifbar, im wahrsten Sinne des Wortes.“ Carolin Lehberger lenkte in ihrer Rede den Blick der Besucher auf so manche Kuriosität, angefangen vom speziellen Waschmittel zum Einweichen der Wäsche über diverses „Nachtgeschirr“ bis hin zur „Steh-Seich-Bux“, die es Bäuerinnen bei der Landarbeit ermöglichte, unkompliziert auf dem Acker ihre Notdurft zu verrichten.

Besonders großes Interesse bei den Besuchern riefen die Leinenschürzen, Taufkleidchen und Nachthemden hervor. Manche probierten die Kleider spontan an und erstanden sie auch.  Sabine Geibig aus Heusweiler fand die alten Bettwärmeflaschen interessant und fragte sich beim Anblick der Seifen, „ob die wohl noch schäumen, nach all den Jahren?“

Um eine Eichentruhe aus dem 17. Jahrhundert entbrannte gar eine Bieterschlacht. Der Vorstand entschied jedoch, dass die Truhe ins Historische Museum Saar wandern soll. Dessen Leiter Simon Matzerath hatte im Vorfeld den VIG für die künftige Ausrichtung seiner Heimatstube beraten. Er freute sich sehr über diese Entscheidung zugunsten seines Museums. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage durch den Gitarristen Bernhard Schwarzwald, der passende Chansons zu „Anno dazumal“ spielte.

Infos für Interessenten beim 1. Vorsitzenden Franz-Josef Warken, Tel. (0 68 06) 76 26 oder bei Dr. Carolin Lehberger, Tel. (0 68 06) 3 08 15 35.