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Steuern sparen
Steuer-Anreiz zur Haussanierung

Wenn der Marktplatzbereich mit Rathausvorplatz und der Fläche unterhalb des Restaurants Casa Dali fertig ist, geht es mit dem Sanierungsgebiet Saarbrücker Straße in Riegelsberg weiter. Hier ein Blick in die Saarbrücker Straße, aufgenommen an diesem Dienstag.
Wenn der Marktplatzbereich mit Rathausvorplatz und der Fläche unterhalb des Restaurants Casa Dali fertig ist, geht es mit dem Sanierungsgebiet Saarbrücker Straße in Riegelsberg weiter. Hier ein Blick in die Saarbrücker Straße, aufgenommen an diesem Dienstag. FOTO: BeckerBredel
Riegelsberg. Infoabend: Gemeinde Riegelsberg macht sich bei Hausbesitzern für Investitionen im Sanierungsgebiet stark.

Und weiter geht’s: Die Sanierung des Riegelsberger Marktplatzes wird nicht das Ende der örtlichen Sanierungsmaßnahmen sein. Denn wenn der Marktplatzbereich mit Rathausvorplatz und der Fläche unterhalb des Restaurants Casa Dali fertig ist, geht es mit dem Sanierungsgebiet „Saarbrücker Straße“ weiter.



Dieses Gebiet zieht sich von der Marienstraße bis runter zur Talstraße (einschließlich der Kirchstraße). Später wird dann das Sanierungsgebiet am Stumpen folgen. Wichtig für alle Hauseigentümer in diesen Bereichen: Wenn sie an ihren Gebäuden Sanierungs- oder Umbauarbeiten planen, sollten sie damit noch ein bisschen warten und sich mit der Gemeinde in Verbindung setzen. Denn in den Sanierungsgebieten kann man „viele Maßnahmen zu 100 Prozent steuerlich absetzen“, erklärte Bürgermeister Klaus Häusle (SPD) am Montagabend in einer Informationsveranstaltung im Rathaus.

Rund 20 Hauseigentümer hörten sich an, was Häusle und Zentrumsmanager Hugo Kern ihnen vorschlugen. Kern stellte in einer Powerpoint-Präsentation noch einmal vor, was bisher alles saniert wurde. „Der Marktplatz kann jetzt seine Funktion übernehmen, die er als Markt- und Aufenthaltsplatz hat. Aber wenn man die Saarbrücker Straße sieht, dann sieht man auch: Da müsste dringend noch was geschehen“, so Kern. Viele Häuser seien „in die Jahre gekommen“ und böten keinen schönen Anblick mehr. Einige stehen auch leer, viele sind nicht barrierefrei oder energetisch nicht auf dem neuesten Stand.

„Das Land hat uns gesagt, es ist so viel passiert in der Riegelsberger Ortsmitte, ihr müsst jetzt weitermachen, dann gibt es auch weitere Fördergelder“, so Kern. Im März wird der Riegelsberger Gemeinderat aller Voraussicht nach entscheiden, dass der Bereich „Saarbrücker Straße“ als Sanierungsgebiet ausgewiesen wird. „Ab dann gibt es für Hauseigentümer, die ihre Gebäude modernisieren oder instand setzen wollen, richtig Geld“, betonte Kern. Zum Beispiel, wenn jemand Treppenlifte oder Rampen, eine bodengleiche Dusche oder Gemeinschaftsräume bauen will. Wenn jemand Elemente im Bad einbauen will, damit man sich festhalten oder besser aufstehen kann. Wenn das Dach oder die Außenfassade erneuert werden soll, wenn Bauschäden beseitigt werden sollen, Dachfenster oder Schallschutzfenster eingebaut werden. Oder wenn jemand „Funktionsmängel“ beseitigen will. „Das heißt, wenn im Haus mal ein Geschäft oder eine Gaststätte war und man diese Räume jetzt zu Wohnräumen umbauen will“, erklärte Hugo Kern.

Welche Auswirkungen auf den Geldbeutel solche förderfähigen Sanierungsmaßnahmen haben, sagte Kern auch und gab ein Zahlenbeispiel: „Wenn man 100 000 Euro investiert, kriegt man vom Finanzamt 20 000 Euro zurück.“ Grundsätzlich solle aber jeder Hauseigentümer vor Beginn seiner privaten Sanierungsmaßnahme Kontakt zur Gemeindeverwaltung (Bauamt) aufnehmen. Dort erhält man, nach Vorlage aller Pläne und Rechnungen, eine Bescheinigung, die man mit der Steuererklärung beim Finanzamt abgeben kann. „Das Finanzamt darf dann nicht mehr prüfen, weil es diese Bescheinigung anerkennen muss“, so Kern.

Bürgermeister Häusle will nun gemeinsam mit den entsprechenden Mitarbeitern seiner Gemeindeverwaltung überlegen, wie man alle Hauseigentümer über diese steuerlichen Vorteile informieren kann. Gemeinderatsmitglied Stephan Lehberger (Grüne) machte den Vorschlag: „Die Verwaltung sollte alle Handwerker ansprechen.“ Handwerker, so Lehberger, bekommen die Aufträge und wissen also, wann und wo jemand etwas machen will. „Die können ihre Auftraggeber dann doch informieren“, so Lehberger.

Bürgermeister Klaus Häusle.
Bürgermeister Klaus Häusle. FOTO: BeckerBredel
Zentrumsmanager Hugo Kern.
Zentrumsmanager Hugo Kern. FOTO: BeckerBredel
(dg)