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Mehr Kunststoff nicht nur in den Weltmeeren
Das Plastik-Aufkommen wächst und wächst

 Ein Mitarbeiter des Köllertaler Wertstoffhofs in Walpershofen deponiert ein Kinderstühlchen in einer der beiden Gitterboxen, in der die wachsende Menge an Kunststoff-Abfälle gesammelt wird.
Ein Mitarbeiter des Köllertaler Wertstoffhofs in Walpershofen deponiert ein Kinderstühlchen in einer der beiden Gitterboxen, in der die wachsende Menge an Kunststoff-Abfälle gesammelt wird. FOTO: Fred Kiefer
Köllertal. Etwa 30 bis 40 Kubikmeter Kunststoffe kommen wöchentlich im Wertstoffhof zusammen. Von Fred Kiefer

Derzeit ein großes Thema: Immer mehr Plastik-Müll treibt in den Weltmeeren. Doch auch vor Ort zeigt sich, dass der Plastik-Ge- und Verbrauch steigt: Das Kunststoffaufkommen im Wertstoffzentrum Köllertal in Walpershofen ist in den vergangenen drei bis vier Jahren stetig gestiegen, schildert Bernd Zimmer, der Leiter vor Ort, im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung. Doch seinen Beobachtungen zufolge steigt nicht nur die Menge des Kunststoffs an, sondern die Bürger würden auch vermehrt wiederverwertbaren von nicht mehr brauchbarem Kunststoff trennen.


Ein exaktes Sortieren aller verschiedenen Kunststofftypen ist allerdings unzumutbar, da es Dutzende verschiedene, vom Laien oft nicht zu unterscheidende Arten und auch noch Mischformen gibt.

Der erste vollsynthetische industriell hergestellte Kunststoff war Bakelit, 1905 von dem belgischen Chemiker Hendrik Bakeland entwickelt und nach ihm benannt – viele werden sich noch an ihre Bakelit-Telefone erinnern, die man noch in den 1980er Jahren in nahezu jedem Haushalt finden konnte. Heute wird Kunststoff jeder Art in fast allen Branchen eingesetzt.



Im Wertstoffzentrum Köllertal werden die beiden Kunststoff-Sammelboxen, in denen nicht mehr gebrauchte Gegenstände aus „Plastik“, wie der Kunststoff im Volksmund meist genannt wird, jedenfalls eifrig genutzt: Rund 30 bis 40 Kubikmeter kommen hier wöchentlich zusammen. Es kommt sogar öfter vor, dass Blumenkästen, Pflanzenbottiche, Kindermöbel oder andere ausrangierte Kunststoff-Gegenstände neben den überfüllten Gitterboxen abgestellt werden müssen. Bald, so Bernd Zimmer, soll ein Container mit 40 Kubikmeter Fassungsvermögen bereitgestellt werden. Der Inhalt der beiden bisher genutzten Gitterboxen wird in der Regel ein bis zwei Mal pro Woche von der Karlsbrunner Firma Grün Beschläge & Recycling entsorgt. Von Karlsbrunn aus werden die Kunststoffe dann Wiederverwertern zugeführt.