Statt Schwimmer Handwerker im Becken

Statt Schwimmer Handwerker im Becken

Dort, wo sich normalerweise Anfang Juni Badegäste tummeln, wird in diesem Jahr emsig gearbeitet – im Riegelsberger Freibad montieren derzeit Mitarbeiter der Umwelttechnik-Firma AWT aus Eisleben die Edelstahlverkleidung am Beckenkopf.

Die Arbeiten im Schwimmerbecken des Riegelsberger Freibades werden laut Steffen Richter, Vormann der ausführenden Firma ATW, voraussichtlich noch bis in den Juli hinein dauern. Weitere längere Schlechtwetterphasen könnten jedoch zu Verzögerungen bei der Fertigstellung führen.

Der Gemeinderat hatte die Sanierungsmaßnahmen am Beckenrand - dort wird eine Stahlverkleidung statt der bisherigen Fliesen eingearbeitet - im vorigen Jahr beschlossen. Gleichzeitig, so berichtet Schwimmmeister Wolfgang Wagner, werden im Bereich der Messwasser-Entnahmestellen Kernbohrungen vollzogen sowie die Zu- und Abläufe erneuert. Auch diese Arbeiten stehen im beschlossenen Sanierungsprogramm. Nicht vorgesehen war dagegen die Erneuerung der Fliesen im Schwimmerbecken. Denn der bis Ende März andauernde überlange Winter hatte nicht nur die Arbeiten am Beckenkopf hinausgezögert, sondern auch großflächige Schäden am Fliesenbelag verursacht (wir berichteten). So konnte das einzige im Köllertal verbliebene Freibad auch nicht, wie üblich, im Mai geöffnet werden (wobei das Schwimmen im Mai vermutlich ohnehin nur eingefleischten Eistauchern Freude bereitet hätte).



Nach Angaben von Bürgermeister Klaus Häusle hat der Riegelsberger Gemeinderat in seiner vorigen Sitzung auch die Arbeiten zur Erneuerung des gesamten Beckenbelags mit Fliesen beschlossen. Häusle hofft, dass alle Sanierungs- und Reparaturmaßnahmen bis Juli abgeschlossen sind, "damit die Familien und die Kinder doch noch einige Wochen zu ihrem Badevergnügen kommen".

Zum Thema:

Auf einen BlickHistorisches: Ein 7x12 Meter großes Badebecken fand sich schon aus der Zeit der Induskultur in der Großsiedlung Mohenjo-Daro (2600-1800 v.Chr, im heutigen Pakistan). Eine Blüte erlebten Schwimmbäder in der Antike, erst in Griechenland, vor allem aber in Rom, dort gab es 305 v.Chr ein öffentliches Bad, im 4. Jahrhundert dann 900. Im Mittelalter ging die Badekultur verloren (auch weil man Krankheiten, die man sich in Badehäusern zuzog, nicht mangelnder Hygiene, sondern dem Baden selbst zuschrieb). Später galt öffentliches Baden als "unschicklich". Erst ab dem 18. Jahrhundert wurden erste Seebäder und "Flussbadeanstalten" eingerichtet, gegen Ende des 18. Jahrhunderts auch wieder Freibäder. Im Köllertal wurde von Josef Müller, einem privaten Betreiber, in den 1930er Jahren ein Freibad gebaut, was zunächst noch, da es auf Geschlechtertrennung verzichtete, auf höchstes Missfallen in der katholischen Kirche stieß. mr

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