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Sprechen auch per „Hand zu Fuß“ und dank „Monsieur Google“

Sprechen auch per „Hand zu Fuß“ und dank „Monsieur Google“

Mal sehen, wie beim Nachbarn gearbeitet wird: Zwei Schüler aus Forbach machten ein einwöchiges Praktikum in der Riegelsberger Gemeindeverwaltung.

Eine Plauderei am vergangenen Herbstmarkt der Gemeinde Riegelsberg trägt Früchte. Damals "schwätzte" Annerose Nill vom Kulturamt der Gemeinde mit Vertretern des "Eurodistrict SaarMoselle", die sich mit einem Stand an der Veranstaltung beteiligt hatten. Der Eurodistrict SaarMoselle ist eine deutsch-französische Region, in der Gebietskörperschaften beiderseits der Saar in einem gemeinsamen Verband zusammenarbeiten. Das Gespräch drehte sich um die Bedeutung von Wirtschafts- und Kulturbeziehungen zwischen dem Saarland und den angrenzenden französischen Regionen. "Wie schön wäre es doch, wenn wir uns besser austauschen könnten." Mit diesem Fazit endete die Plauderei, die nun in einen zweisprachlichen Praktikanten-Austausch mündete: Vorvergangene Woche absolvierten zwei Schüler des "Collège Jean Moulin" in Forbach ein Betriebspraktikum im Riegelsberger Rathaus. Mohamed Terrak und Timothé Weyland, beide 14 Jahre alt, durften fünf Tage in die Verwaltungsabläufe der Köllertalgemeinde hineinschnuppern.

Sprachbarrieren wurden dank der Unterstützung von Christine Kessler, der Sekretärin von Bürgermeister Klaus Häusle, problemlos überwunden. "Außerdem haben wir uns per ‚Hand-zu-Fuß' und mit Hilfe von ‚Monsieur Google' verständlich gemacht", erzählt Petra Laufer vom Kulturamt.

Die Schüler wurden jeden Morgen gegen 10 Uhr mit einem Bus nach Riegelsberg gebracht und am Nachmittag gegen 15 Uhr wieder abgeholt. Nach einem Kennenlern-Vormittag in allen Abteilungen des Rathauses halfen die beiden Praktikanten vor allem im Kulturamt mit. "Wir haben Einladungen für Veranstaltungen ausgedruckt, kuvertiert und Eintrittskarten zugeschnitten", erzählt Mohamed. "Am meisten Spaß hat uns gemacht, eine Lautsprecheranlage zusammenzubauen, für die wir eine Anleitung in Französisch gefunden haben", ergänzt Timothé - wobei das Zitat hier in teils übersetzter Form erscheint, denn beide Jungs wechseln beim Reden zwischen Deutsch und Französisch hin und her. Und sie freuen sich, dass ihnen in Riegelsberg soviel Herzlichkeit und Verständnis seitens der deutschen Verwaltungsmitarbeiterinnen entgegengebracht wird.

Warum sie sich für ein Schülerpraktikum im Saarland gemeldet haben, beantworten beide lachend mit einer klaren Aussage: "Wir wollen besser Deutsch lernen" - und eventuell später mal im Saarland arbeiten, denken sie auch an die berufliche Zukunft.

Bürgermeister Klaus Häusle lobte diese Motivation der beiden Jungen, sieht er doch in einer bilingualen Ausbildung eine hervorragende Chance für junge Menschen, sich im Grenzgebiet Saar-Moselle neue Berufsperspektiven zu erschließen.

Als am Freitagnachmittag der Bus die beiden Praktikanten ein letztes Mal vor dem Rathaus abholt, fällt ihre abschließende Bilanz durchwegs positiv aus: Es sei eine sehr schöne Woche mit vielen guten Eindrücken gewesen und eine Erfahrung, die möglichst viele Schüler machen sollten.