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Brandschutz
Sicherheitsmängel in Riegelsberger Kitas und Schulen

 Sicherheitsmängel an Kitas und Schulen (Symbolbild).
Sicherheitsmängel an Kitas und Schulen (Symbolbild). FOTO: dpa / Monika Skolimowska
Riegelsberg. Verkeilte oder verschlossene Fluchttüren, zugestellte Fluchtwege, eine defekte Brandmeldeanlage: Ortstermine offenbarten dringenden Handlungsbedarf. Von Fredy Dittgen

Seit Monaten wird in Riegelsberg das Thema Brandschutz in Schulen und Kindergärten heftig diskutiert. Meist hinter verschlossenen Türen und – je nach Parteizugehörigkeit – mit Vorwürfen gegen die Verwaltungsspitze oder nicht. Nach zwei Ortsterminen („Brandverhütungsschau“) mit Unterer Bauaufsicht (UBA) und Feuerwehr hat Bürgermeister Klaus Häusle (SPD) deren Ergebnisse auf Antrag der CDU am Montagabend im Gemeinderat vorgestellt: Im Kinder- und Familienzentrum (Kifaz) Ronnertswies waren Fluchttüren mit Klemmkeilen arretiert. Der Betreiber muss diesen Missstand umgehend beseitigen und die Türen regelmäßig kontrollieren. Die Verwaltung hat zudem die Prüfung und jährliche Wartung der Brandmeldeanlage im Kifaz in Auftrag gegeben.


Im Kindergarten Buchschachen fehlt in den Gruppenräumen im Erdgeschoss die Notausgangsbeschilderung. Auch hat der Betreiber im Erdgeschoss einen Lagerraum in einen Schlafraum umgewandelt, ohne die UBA zu informieren; nun muss eine Nutzungsänderung beantragt werden. Im Kindergarten St. Elisabeth war eine Gittertür im Außenbereich, die als Fluchttür ausgelegt ist, verschlossen und nicht zu öffnen. Dort muss ein Griff zum Öffnen angebracht werden. Außerdem muss die Tür zum Heizungsraum instand gesetzt werden, weil sie nicht von selbst schließt. Des Weiteren sind die Fluchtwege in der Kita mit Möbeln zugestellt, und der Heizungsraum wird vom Träger der Einrichtung als Lagerraum genutzt (was verboten ist). In der Kita Pflugscheid fehlen zwei Brandschutztüren. Häusle hat diese Türen mittlerweile bestellt, sie werden in etwa vier Wochen eingebaut. Im Übergangsbereich zur Schule müssen zwei Türen instand gesetzt werden, da sie nicht rauchdicht schließen. Zudem funktioniert die Brandmeldeanlage nicht einwandfrei.

In der Ellerschule wurde festgestellt, dass in den Ausgangsbereichen brennbare Materialien liegen und Umkleideräume als Lagerräume genutzt werden. Diese Mängel sind umgehend zu beseitigen. Ähnlich in der Lindenschule, wo in den Treppenhäusern Materialien liegen, die in Brand geraten können oder Fluchtwege versperren. Außerdem muss die Fluchtweg-Beschilderung im Treppenhaus erneuert werden. Im Gebäude der Nachmittagsbetreuung (ehemalige Hauswirtschaftsschule) muss geprüft werden, ob die Fenster als Notausgänge reichen oder ob eine Außentreppe als zweiter Fluchtweg angebaut werden muss.



Feuerwehr und UBA bemängelten zudem, dass die Flucht- und Rettungspläne in allen Schulen und Kindergärten veraltet sind und aktualisiert werden müssen. „Dinge, die dringend sind, müssen gemacht werden – unabhängig von der Finanzsituation der Gemeinde“, betonte Häusle. Höchste Priorität hat der Einbau der fehlenden Brandschutztüren und die Erneuerung der Brandmeldeanlage in der Pflugscheidschule.