Schwere Geschütze im Gemeinderat

Riegelsberg. Die Riegelsberger Initiativgruppe Hindenburgturm um ihren Sprecher Dietmar Braun wollte am 8. Mai - dem Tag der Kapitulation des "Dritten Reichs" - eine Gedenkfeier am Hindenburgturm veranstalten und eine Tafel im Inneren des Turms anbringen lassen, auf der die Namen der im Zweiten Weltkrieg gefallen Riegelsberger Soldaten stehen

Riegelsberg. Die Riegelsberger Initiativgruppe Hindenburgturm um ihren Sprecher Dietmar Braun wollte am 8. Mai - dem Tag der Kapitulation des "Dritten Reichs" - eine Gedenkfeier am Hindenburgturm veranstalten und eine Tafel im Inneren des Turms anbringen lassen, auf der die Namen der im Zweiten Weltkrieg gefallen Riegelsberger Soldaten stehen. Der Riegelsberger Ortsrat hatte sich mit den Stimmen von SPD und Linke mehrheitlich gegen das Programm der Veranstaltung ausgesprochen, weil es nach ihrer Auffassung "militärisch überdimensioniert" sei. Stattdessen soll eine noch nicht näher definierte Arbeitsgruppe ein neues Programm ausarbeiten. Der 8. Mai wäre dadurch zeitlich aber nicht einzuhalten (die SZ berichtete).Dies nahm Hartmut Huber (FDP) in der Riegelsberger Gemeinderatssitzung am Montagabend zum Anlass, schärfste Kritik zu üben: "Wenn es noch eines Beweises bedurfte, wie überflüssig Ortsräte sind, dann hat jetzt der Riegelsberger Ortsrat diesen Beweis geliefert. Das Gedenken an unsere Toten ist das Letzte, über das man sich in privaten Animositäten Schlachten liefern sollte."

Huber kritisierte besonders Ortsvorsteherin Monika Rommel (SPD) und Gemeinderatsmitglied Birgit Huonker (Die Linke): "Ich finde das Verhalten der Ortsvorsteherin und der Linken unsäglich. Mit Verfahrenstricks wird das Thema von der Tagesordnung weg komplimentiert und in ein anonymes Gremium verschoben." Auf Huonker richtete Huber große Geschütze: "Vielleicht gelingt es Ihnen irgendwann einmal, das Ausmaß Ihrer Heuchelei auf ein Mindestmaß zu reduzieren."

Weil Huber seine Kritik unter Punkt "Verschiedenes" vortrug, ließ Bürgermeister Klaus Häusle (SPD) keine Diskussion zu. Häusle sagte aber: "Das Verhalten der Ortsvorsteherin war nicht schäbig. Im Kommunalen Selbstverwaltungsgesetz ist eindeutig geregelt, wie die Zuständigkeiten sind."