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Gedenken an Pogromnacht, Putzaktion für Stolpersteine
Gedenkstunde für Pogrom-Opfer

Das Aktionsbündinis „Stolpersteine für Riegelsberg“ hatte im April 2015 die ersten Steine durch den Künstler Gunter Demnig in der Invaliden-, der Kirch- und der Talstraße verlegen lassen. Maria Thomas, Enkeltochter einer von der Judenverfolgung betroffenen Familie, legte Blumen in der Invalidenstraße nieder. Am Freitag gibt es wieder eine „Putzaktion“ für die Steine.
Das Aktionsbündinis „Stolpersteine für Riegelsberg“ hatte im April 2015 die ersten Steine durch den Künstler Gunter Demnig in der Invaliden-, der Kirch- und der Talstraße verlegen lassen. Maria Thomas, Enkeltochter einer von der Judenverfolgung betroffenen Familie, legte Blumen in der Invalidenstraße nieder. Am Freitag gibt es wieder eine „Putzaktion“ für die Steine. FOTO: Iris Maurer
Riegelsberg. Am Freitag werden Schüler auch wieder die Riegelsberger „Stolpersteine“ putzen.

Jedes Jahr um den 9. November putzen Schüler der Leonardo da-Vinci-Gemeinschaftsschule gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Stolpersteine für Riegelsberg die Gedenksteine, die im Straßenpflaster an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Anlass ist die Reichspogromnacht, die sich in diesem Jahr zum 80. Mal jährt: In der Nacht zum 10. November hatte es im Deutschen Reich die ersten groß angelegten und von Nationalsozialisten angefachten gewaltsamen Ausschreitungen gegen jüdische Bürger und jüdische Einrichtungen gegeben. Etwa 400 Menschen wurden ermordet oder in den Tod getrieben. Mehr als 1400 Synagogen, tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört.


Auftakt der Putzaktion am kommenden Freitag, 9. November, 8 Uhr, ist eine Gedenkfeier im Foyer der Leonardo da-Vinci-Gemeinschaftsschule. Nach der musikalischen Einstimmung mit jüdischen Liedern, vortragen von Siebtklässlern unter der Leitung von Musiklehrer Bruno Rabung, sprechen Schulleiter Günter Engel, Bürgermeister Klaus Häusle, Ortsvorsteher Heiko Walter sowie Volker Junge und Monika Jungfleisch vom Aktionsbündnis Stolpersteine. Gezeigt wird auch die Dauerausstellung der Gemeinschaftsschule zu den jüdischen Opfern des NS-Regimes in Riegelsberg sowie die Übersichtstafel zur Ausstellung „Reichspogromnacht – Was geschah am 9. November 1938?“ des Adolf-Bender-Zentrums. Schüler der 9 b verteilen als kleine Stärkung Gewürzkuchen nach einem Rezept von Amanda Salomon, einem Riegelsberger Holocaust-Opfer.

Im Anschluss beginnt der Rundgang zu den Stolpersteinen. Erste Station ist in der Talstraße 16. Weiter geht es dann zur Kirchstraße 20 und schließlich in die Invalidenstraße 1. An den Steinen erinnern die Schüler an die Schicksale der jüdischen Bürger und stellen Kerzen auf. Alle Interessenten sind zur Gedenkfeier und zur Putzaktion eingeladen.