Stolpersteine Nazi-Zeit Gunter Demnig Putzaktion Schüler putzen Stolpersteine
Riegelsberg · Aktion in Riegelsberg startet am 9. November um 8.30 Uhr im Foyer der Leonardo-Da-Vinci-Gemeinschaftsschule.
Einmal im Jahr, zum Jahrestag der so genannten Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938, rücken Jungen und Mädchen der Leonardo-Da-Vinci-Gemeinschaftsschule mit Putzeimer, Poliertuch und Schwämmchen in der Tal-, Kirch- und Invalidenstraße an, um die Stolpersteine für Opfer der Nazi-Diktatur zu reinigen. Diese Gedenksteine in den Bürgersteigen erinnern an die jüdischen Mitbürger, die bis zu Hitlers Machtergreifung friedlich in Riegelsberg lebten und nach 1933 von Mitbürgern gedemütigt, verfolgt, außer Landes gedrängt, deportiert, in Konzentrationslager gesteckt und schließlich ermordet wurden. Andere wurden aber auch beschützt und versteckt.
Auch in diesem Jahr werden Schüler der Klasse 9 c mit ihrer Lehrerin Kira Nickels, Schulleiter Günter Engel, Schulprojektbetreuerin Dr. Christine Conrad, Bürgermeister Klaus Häusle, Ortsvorsteher Heiko Walter und Vertreter des „Aktionsbündnisses Stolpersteine für Riegelsberg“ am Donnerstag, 9. November, unterwegs sein. Die Putzaktion beginnt um 8.30 Uhr im Foyer der Gemeinschaftsschule. Monika Jungfleisch, die Initiatorin des „Aktionsbündnisses Stolpersteine für Riegelsberg“, wird mit einem Kurzvortrag zum Thema „25 Jahre Stolpersteine in Deutschland – der Beginn einer Bürgerbewegung für ganz Europa“ auf die Putzaktion einstimmen. Die Schule sorgt für die musikalische Umrahmung. Bürgermeister Klaus Häusle wird ebenfalls zu den Schülern sprechen. „Gegen 9 Uhr starten wir mit der Klasse 9 c unseren Rundgang zu den Steinen. Wir beginnen in der Talstraße und gehen dann weiter zur Kirchstraße und schließlich in die Invalidenstraße“, erklärt der Sprecher des Aktionsbündnisses, Volker Junge.
An den Steinen, die der Künstler Gunter Demnig unter großer Anteilnahme der Bevölkerung im April 2015 verlegt hat, werden die Schüler an die Schicksale der jüdischen Mitbürger erinnern und Kerzen aufstellen. „Mit diesem Ritual aus unserer christlich-jüdischen Tradition symbolisieren wir, dass das Licht der Seele des verstorbenen Menschen immer noch leuchtet und dass er unvergessen ist“, erklärt Monika Jungfleisch. „Die Idee, zusätzlich zum Putzen der Stolpersteine auch Kerzen anzuzünden, kam von der Völklinger Stolperstein-Initiative, der wir uns gern anschließen. Hoffentlich leuchten in vielen saarländischen Städten an den Stolpersteinen in diesem Jahr Kerzen.“ Bürger sind zu dem Kurzvortrag und der Putzaktion herzlich eingeladen, betonen die Macher des Aktionsbündnisses.