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Kita Ronnertswies
Schnelle Lösung für Betreuungs-Lücke

Im Riegelsberger Kinder- und Familienzentrum Ronnertswies konnten kurzfristig dringend benötigte Kindergartenplätze in einer neuen Übergangsgruppe angeboten werden; von links: Gruppenleiter Christian Böhme, Hauptamtsleiter Jürgen Knipper, Bürgermeister Klaus Häusle, Awo-Bereichsleiterin Martina Riedel und Einrichtungsleiterin Sabrina Götz mit Kita-Kindern.
Im Riegelsberger Kinder- und Familienzentrum Ronnertswies konnten kurzfristig dringend benötigte Kindergartenplätze in einer neuen Übergangsgruppe angeboten werden; von links: Gruppenleiter Christian Böhme, Hauptamtsleiter Jürgen Knipper, Bürgermeister Klaus Häusle, Awo-Bereichsleiterin Martina Riedel und Einrichtungsleiterin Sabrina Götz mit Kita-Kindern. FOTO: Monika Jungfleisch
Riegelsberg. Es gibt eine neue Gruppe im Kindergarten Ronnertswies und für Krippen-Kinder neue Plätze in einem angemieteten Bungalow.

Als die neuen Statistiken der Gemeinde Riegelsberg im Frühjahr zeigten, dass weitaus mehr Familien mit Kindern im Gemeindegebiet leben als zuvor angenommen, da freute man sich einerseits über den Zuwachs. Doch andererseits schrillten auch die Alarmglocken: Wo nehmen wir die zusätzlichen Krippen- und Kindergartenplätze her?, fragten sich Bürgermeister Klaus Häusle und die Mitarbeiter seiner Gemeindeverwaltung. So zeigte etwa eine für Krippenplätze (also für Kinder unter drei Jahre) relevante Zählung: Statt der prognostizierten rund 90 Kinder im Alter von bis zu einem Jahr gibt es nun über 110 Kinder dieses Alters in Riegelsberg. Aber es gab eine Lösungen sowohl im Krippen- als auch im Kindergartenbereich: Retter in der bedrängenden Kindergarten-Situation war die Arbeiterwohlfahrt (Awo) mit ihrem Kinder- und Familienzentrum (KiFaZ) in der Jahnstraße, wo der bisherige Begegnungsraum in einen Gruppenraum umgewandelt wurde.



„Wir haben uns in der Verantwortung gesehen, schnell zu reagieren und zu unterstützen. Es war keine leichte Entscheidung, den Begegnungsraum abzugeben, doch die Not der Familien hatte Vorrang“, erklärte Martina Riedel, Bereichsleiterin der Awo-Kindertagesstätten im Regionalverband Saarbrücken. „Wir rechnen damit, dass wir diesen Raum zwei bis drei Jahre der Gemeinde zur Verfügung stellen müssen.“ Die Kosten für den Raum selbst fallen kaum ins Gewicht, da er ja vorhanden war und lediglich neue Möbel sowie Spiel- und Ausstattungsmaterialien angeschafft werden mussten. Bedenken gegen diese kurzfristige Lösung hatte es seitens einiger Eltern gegeben, deren Kinder bereits im KiFaZ betreut wurden. Deren Sorge sei es gewesen, dass es nun nicht mehr genügend Platz für die Kinder gebe und der gestiegene Betreuungsaufwand nicht mehr geleistet werden könne. Doch diese Sorgen hätte man zerstreuen können, so Martina Riedel und Einrichtungsleiterin Sabrina Götz.

Auch neue Krippenplätze gibt es: „Parallel zum neuen Gruppenraum im KiFaZ hat die Gemeinde einen Bungalow in der Jahnstraße gemietet, für weitere zehn Krippenkinder“, ergänzt Hauptamtsleiter Jürgen Knipper. Die Kosten betragen rund 35 000 Euro für Umbauten und Einrichtungsgegenstände.

„Auch diese Plätze werden schnell belegt sein“, sagt Bürgermeister Häusle, der es für skandalös hält, dass wegen unterschiedlicher Bundes-, Landes- und kommunalen Zuständigkeiten und Finanzierungs-Regelungen immer noch nicht jedem Kind in Deutschland ein Betreuungsplatz angeboten werden kann. „Das muss aber in Riegelsberg unser Anspruch sein“, daher sei es auch gut, dass man vor Ort mit der Awo und den kirchlichen Trägern zuverlässige und kompetente Träger an seiner Seite wisse, „die auch mal kurzfristige Lösungen anbieten können.“