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Schmusewahlkampf in Riegelsberg"Ein Bürgermeister muss leiten können"Beide Kandidaten erklären ihre Vorzüge in 60 Sekunden

Riegelsberg. Riegelsberg wählt am 7. Juni einen neuen Bürgermeister. Bei einer Podiumsdiskussion stellten sich die beiden Kandidaten Renate Zimmer (CDU) und Klaus Häusle (SPD) am Mittwochabend in der Riegelsberghalle vor 300 Zuhörern den Fragen der Moderatoren Helena Jungfleisch-Ehlert (SZ) und Thomas Gerber (SR) Von SZ-Mitarbeiter Fredy Dittgen

Riegelsberg. Riegelsberg wählt am 7. Juni einen neuen Bürgermeister. Bei einer Podiumsdiskussion stellten sich die beiden Kandidaten Renate Zimmer (CDU) und Klaus Häusle (SPD) am Mittwochabend in der Riegelsberghalle vor 300 Zuhörern den Fragen der Moderatoren Helena Jungfleisch-Ehlert (SZ) und Thomas Gerber (SR). Gestritten wurde dabei nicht, denn in Riegelsberg gibt es, mangels kontroverser Themen, einen "Schmusewahlkampf", wie Gerber es ausdrückte.


Viele Aussagen klangen ähnlich. Kontrovers wurde lediglich beim Thema Saarbahn diskutiert. Renate Zimmer wollte dieses Thema abhaken: "Das ist erledigt. Wir haben gemeinsam etwas hinbekommen, damit die Bahn nach den Sommerferien fährt." Doch Klaus Häusle verpasste der CDU noch einen Seitenhieb und erinnerte daran, dass er es war, der den gordischen Knoten gelöst habe: "Aber die Herren der CDU machen jetzt, als hätten sie die Saarbahngleise durch Riegelsberg selbst gelegt, während Renate Zimmer die Erbsensuppe gekocht hat." Einig sind sich beide, dass das Problem des Zubringerverkehrs noch zu lösen sei. Auch darüber, dass die Saarbahn eine Chance - und kein Risiko - für Riegelsberg sei. Auch bei der Neugestaltung des Riegelsberger Zentrums herrschte Konsens: Zimmer und Häusle wollen den Marktplatz durch eine Randbebauung attraktiver machen und die Dauerparker verdrängen.

Im Ortsteil Walpershofen bestimmen die Neugestaltung des Ortszentrums und der Sportplatz die Diskussion. Bezüglich Ortszentrum wagte Häusle einen kühnen Vergleich: "Das ist eine Jahrhundertchance. Wie der Fall der Berliner Mauer." Zum Thema Sportplatz sagte er: "Wir werden das Versprechen halten, dass Walpershofen einen Kunstrasenplatz bekommt. Im Grunde genommen kann mit dem Bau begonnen werden." Renate Zimmer hingegen wollte keine genau Aussage zum Baubeginn machen: "Der Antrag auf Zuschüsse ist gestellt, die Mittel sind in den Haushalt eingestellt, der Verein ist bereit, Eigenleistungen zu bringen. Aber ich werde hier keine Versprechungen über einen Zeitpunkt machen, wann der Platz gebaut wird."



Bei der anschließenden Diskussion gab es nur drei Publikumsfragen. Der 16-jährige Lukas Latz wollte wissen, wie Häusle und Zimmer mit dem Umweltschutz umgehen. Zimmer sagte: "Wir tun schon einiges. So haben viele gemeindliche Immobilien Solaranlagen. Nachdenken sollten wir, ob wir Neubürgern Zuschüsse gewähren für Neuinvestitionen. Und wenn wir im Bauhof neue Fahrzeuge anschaffen, sollten es umweltfreundliche sein."

Häusle meinte: "Die Grünflächen im Ort müssen erhalten bleiben, es dürfen keine neuen Baugebiete ausgewiesen werden. Neubürger sollten in die Leerstände einziehen, die wir aber in einen energetisch sinnvollen Zustand bringen müssen. Und wir sollten einen Energiemanager einstellen, der die Bürger berät."

Stefan Schmitt fragte, ob das Vereinsleben in Walpershofen durch die Grundschul-Schließung Schaden genommen habe. Dazu Häusle: "Die Schulschließung war kein Todesstoß für Walpershofen, aber ein Schlag unter die Gürtellinie. Wobei ich die Hoffnung habe, dass die Schule vielleicht wieder eröffnet wird." Zimmer: "Wenn keine Kinder mehr da sind, braucht man die Grundschule im Ort nicht unbedingt."

Rainer Otto fragte, wann die Südumgehung gebaut werde. Dazu Zimmer: "Die Vegetationsperiode muss abgewartet werden, weil da im Moment Käfer gezählt werden. Wir sind guter Hoffnung, dass es Ende des Jahres vorbei ist und die Planung der Südumgehung dann vorangetrieben wird." Häusle hingegen meinte: "Ich habe die Sorge, dass sich das noch lange hinzieht. Als Bürgermeister werde ich mich aber dafür einsetzen, dass die Südumgehung vor der Umgehungsstraße Püttlingen kommt." dg

Die Moderatoren fragen - die Kandidaten antworten: "Was hat Sie bewogen, sich um das Amt des Bürgermeisters zu bewerben? Klaus Häusle: "Ich würde gerne als Bürgermeister die Zukunft von Riegelsberg gestalten." Renate Zimmer: Ich stehe mit 50 Jahren mitten im Leben. Das ist die richtige Zeit, etwas Neues zu machen."

"Was macht einen guten Bürgermeister aus?" Häusle: "Ein Bürgermeister muss leiten können, braucht Erfahrung in Verwaltung und Politik, muss mit Menschen arbeiten können, klare Konzepte im Kopf haben und sie umsetzen können." Renate Zimmer: "Ich kann das, was Klaus Häusle gesagt hat, nur unterstreichen. Allerdings würde ich alles, was er gesagt hat, besser machen mit der Intuition einer Frau."

"Was bieten Sie der Jugend in Riegelsberg?" Häusle: "Ich will einen Jugendbeauftragten installieren, der mit dem gleichen Erfolg, wie unsere Kulturbeauftragte die Kultur bearbeitet, die Jugend bearbeitet."

"Glauben Sie an eine Zusammenarbeit der drei Köllertal-Kommunen?" Zimmer: "Der Wertstoffhof funktioniert schon sehr gut. Das müssen wir ausweiten. Zum Beispiel auf den kulturellen Sektor. Da könnte man gemeinsame Events veranstalten. Die Gewerbetreibenden muss man zusammenbringen. Jede Kommune veranstaltet ihre eigene Leistungsschau, eine gemeinsame Köllertalmesse wäre jedoch viel attraktiver." Häusle: "Interkommunale Zusammenarbeit ist immer gut. Es muss nicht jeder alles dreifach vorhalten. Ein ganz wichtiges Thema ist der ÖPNV. Es müsste doch möglich sein, dass man beispielsweise mit dem Bus von Riegelsberg ans Püttlinger Krankenhaus kommt." dg

Innerhalb von 60 Sekunden sollten Zimmer und Häusle sagen, warum man sie zum Bürgermeister wählen soll.

Renate Zimmer: "Ich bin Riegelsberger Bürgerin, Mutter, Erwerbstätige vor Ort, Kommunalpolitikerin, aktiv in Vereinen tätig, kann motivieren, mit meinem Ehrgeiz alles voranbringen, will gestalten, bin fachlich kompetent, habe berufliche Erfahrung und freue mich auf den Umgang mit Menschen. Ich bin die richtige Wahl."

Klaus Häusle: "Ich habe berufliche Erfahrung in der öffentlichen Verwaltung und in Führungspositionen auch im politischen Bereich. Ich will mit Bürgern und Verwaltung die Zukunft von Riegelsberg gestalten, arbeite gerne mit Menschen zusammen. Das alles zusammengenommen, wäre ich die richtige Besetzung für den Chefsessel im Rathaus." dg