Schiffsparade unter Schwimmern

Riegelsberg. Das Nichtschwimmerbecken des Riegelsberger Freibades gehörte am Sonntag - jedenfalls bis am Nachmittag der große Regen kam - den Segelschiffen. Ein-, Zwei- und Dreimaster kreuzten vor dem Beckenrand. Von der Jacht aus dem Baukasten bis hin zum maßgeschneiderten Schiff war alles vorhanden. Die Modellsegelfreunde Saar nutzten das Freibad zum Schaufahren

Riegelsberg. Das Nichtschwimmerbecken des Riegelsberger Freibades gehörte am Sonntag - jedenfalls bis am Nachmittag der große Regen kam - den Segelschiffen. Ein-, Zwei- und Dreimaster kreuzten vor dem Beckenrand. Von der Jacht aus dem Baukasten bis hin zum maßgeschneiderten Schiff war alles vorhanden.Die Modellsegelfreunde Saar nutzten das Freibad zum Schaufahren. Das gehört, so der Vereinsvorsitzende Egon Büscher, zur Darstellung in der Öffentlichkeit. 17 Mitglieder aus dem Saarland, aus Rheinland-Pfalz und Luxemburg gehören dem Verein an.

Rund ein Jahr lang hat Hans-Jürgen Pack an seiner neuen Zweimast-Segeljacht nach amerikanischen Vorbild getüftelt. "Irgendwann sieht man was, das einem gefällt. Man besorgt sich den Plan und fängt an", schildert der 70-Jährige Hobby-Modellbauer aus Riegelsberg. Wenig später folgt die Schiffstaufe, und die "Kassiopeia" wird mit den Worten: "Ich wünsche dir eine gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel" zu Wasser gelassen.

Zwei kleine Fantasie-Segler und ein Mississippi-Raddampfer liegen ebenfalls vor Anker. Egon Büscher hat sie gebaut. Seit 31 Jahren betreibt er das Hobby. "Man hört nie damit auf, wenn man mal einen Narren daran gefressen hat", schwärmt er für sein Hobby und schildert: "Anfangs macht man vorgefertigte Baukastenmodelle, aber danach geht es nach Plan." Er hat auch ein stattliches Küstenwachtschiff mitgebracht. Vier Jahre Bauzeit mit etwa 6000 Arbeitsstunden stecken da drin. Das Original war bis 2008 vor Kiel aktiv. Dreimal sei er selbst auf dem Originalboot gewesen, hätte die Möglichkeit gehabt, mit der Mannschaft zu sprechen. Man versorgte ihn mit General- und Detailplänen und mit über 100 Fotos. Dann rechnete Egon Büscher alles auf Eins zu 20 runter, und dann ging's maßstabsgetreu an die Arbeit.

Die Plastikteile hat der Modellbauer aus Reklametafeln zugeschnitten. Eine Bekannte häkelte Fenderhalter und Schwimmwesten. Bis hin auf die Ü-Tüpfelchen stimmte alles: Im Rahmen einer Schiffspatenschaft kamen die Kieler zu Besuch, und bemängelten den Sitz der Tüpfelchen auf dem "Ü" von "Küste". Büscher lackierte den Schiffsbauch neu und korrigierte.

Die Modellsegelschiffe reagieren genauso wie ihre großen Vorbilder auf den Wind. "Der Wind drückt das Segel, das bringt den Vortrieb, damit kann man auch gegen den Wind segeln. Die Elektronik ist nur für die Steuerimpulse", erläutert Herbert Engelbarth. Der 63-jährige Hausmeister aus Völklingen erzählt, er hätte schon als Kind Papierschiffchen gefaltet. Sein Vater sei bei den U-Boot-Fahrern gewesen, sagt er, "da hat man das wahrscheinlich im Blut."

Am Sonntag, 25. September, zeigen die Modellschiffe bei einer Segelregatta am Bostalsee was in ihnen steckt. Los geht es um elf Uhr.

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