Ringen Saar-Derby im Ringen elektrisiert die Kontrahenten

Riegelsberg · Wer Andreas Skodawessely nach seinem Beruf fragt, sollte sich auf eine verblüffende Antwort einstellen. „Baumkletterer“, sagt der 33-jährige Ringer des Bundesligisten KV Riegelsberg. „Ich fälle Bäume, die man nicht einfach so umhauen kann, weil Häuser oder Oberleitungen im Weg stehen. Ich klettere hoch und baue den Baum Stück für Stück ab.“ Mit dem Ringen angefangen hat „Skoda“ in seiner Heimat beim KFC Leipzig. Das Talent zog weiter zu den Bundesligisten Weingarten, Mainz und Schifferstadt. Vor sechs Jahren kam er zum KV Riegelsberg. „Ein Freund von mir rang hier, und ich wollte eigentlich nur ein Jahr lang mit ihm in einer Mannschaft sein“, sagt Skodawessely, „aber da habe ich die Rechnung ohne Edgar Paulus gemacht.“

Paulus ist Vorsitzender, sportlicher Leiter und Trainer in Riegelsberg. „Andreas ist ein echter Profi“, lobt Paulus seinen Kapitän, „wenn immer man ihn braucht, ist er da. Stilartfremd ringen? Macht er, ohne zu meckern. Eine Gewichtsklasse höher kämpfen, obwohl er schon Gewicht für die Klasse darunter gemacht hat? Ihm egal. Er stellt sich immer in den Dienst der Mannschaft.“ Das tut er auch in dieser Bundesliga-Vorrunde. Der Freistiler startet in der Gewichtsklasse bis 80 Kilo. „Normal habe ich so 84 Kilo, kämpfe dann in 86“, erklärt der Sportler, „ich habe bislang in meiner Karriere selten Gewicht machen müssen. Mit fehlen dann Kraft und Energie. In der Klasse bis 86 Kilo kann ich richtig bolzen.“ Fußball spielt Skodawessely auch, und zwar beim pfälzischen Landesligisten Heltersberg. „Das hört der Edgar aber nicht gerne, weil dort die Verletzungsgefahr höher ist als im Ringen“, sagt „Skoda“. Er geht auf der Matte bis an die Grenze – und manchmal darüber hinaus. Beim Kampf gegen Witten zum Heimauftakt vor vier Wochen wurden der Riegelsberger und sein Gegner Ibro Cakovic disqualifiziert. „Ringen ist ein Zweikampfsport und kein Zuckerschlecken“, sagt Skodawessely, „in der letzten Saison gewann ich kurz vor Schluss noch gegen ihn. Das hat er wohl nicht gut verkraftet. So war es diesmal ein harter Kampf. Dass der Schiedsrichter uns beiden die rote Karte zeigt, hatte ich nicht erwartet. Ich muss da cleverer sein, aber es war auch mein erstes Rot.“

Für einen Kampf war er gesperrt. Im Derby am Samstag gegen den AC Heusweiler (19.30 Uhr, Lindenschule) ist Skodawessely dabei. „Ich wünsche mir, dass beide Mannschaften komplett antreten können“, sagt Trainer Paulus, „wir haben bei der knappen Niederlage in Aachen (Anm. d. Red: 11:13) gezeigt, dass wir gegen jeden Gegner in dieser Liga mit Ausnahme des KSV Köllerbach bestehen können.“ Das Saar-Derby ist für beide Clubs wichtig. Heusweiler wartet noch immer auf den ersten Punkt gegen den Abstieg. Riegelsberg möchte gewinnen, um weiter vom Achtelfinale träumen zu können. „Gesunde Rivalität und Nervosität gehören dazu, aber man darf sich auch nicht verrückt machen. Das versuche ich meinen jungen Mannschaftskollegen vorzuleben“, sagt Skodawessely, „man muss immer auf die Matte gehen und alles geben. Die Saison ist zwar noch lang und es kann einiges passieren, aber gegen Heusweiler sollten wir schon gewinnen.“

Tabellenführer KSV Köllerbach tritt am Samstag gleichzeitig beim Zweiten, dem KSV Witten, an. „Wir kommen immer besser ins Rollen“, sagt Köllerbachs Mannschaftsverantwortlicher Thomas Geid, „wir sind dieses Jahr sehr schwer auszurechnen und für Witten gerüstet.“

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