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Rutscht der Hang am Auerberg in Riegelsberg?

Kommunalpolitik : Rutscht der Hang am Auerberg?

Anwohner wollen neues Wohngebiet in Riegelsberg verhindern und protestieren im Gemeinderat.

Eigentlich wollte die Riegelsberger Gemeindeverwaltung, dass der Gemeinderat eine Erweiterung des Wohngebietes Am Auerberg beschließt. Dort besitzt ein Anlieger ein etwa 10 000 Quadratmeter großes Grundstück, das als Grünfläche mit Feuchtbiotop und großem Karpfenteich genutzt wird. Er möchte dort elf Einfamilienhäuser und zwei Mehrfamilienhäuser mit je acht Wohnungen bauen lassen. Die Gemeindeverwaltung unterstützte das Vorhaben, denn der Standort sei „für eine Wohnnutzung sehr gut geeignet, da auch die Umgebung überwiegend für Wohnraum genutzt wird“.

Doch dann regte sich massiver Widerstand von Anliegern. Es gründete sich eine Bürgerinitiative, deren Sprecher Peter Stockum im Gemeinderat die Bedenken der Anwohner vortrug: „Uns treibt die nackte Angst, die Angst um Leib und Leben.“ Die Straße Am Auerberg hat keine Bürgersteige und sei so schmal, dass ein Begegnungsverkehr unmöglich sei. Zudem knicke sie, von der Saarbrücker Straße kommend, in einem so spitzen Winkel ab, dass große Fahrzeuge Mühe hätten einzufahren. Selbst das Müllauto müsse rückwärts einfahren, um wieder problemlos herauszukommen.

Die Anwohner sehen bei einer Erweiterung des Wohngebietes durch den zunehmenden Verkehr sowie durch die Baustellenfahrzeuge eine Gefahr für Kinder und Erwachsene. Und weil der Auerberg eine sehr steile Hanglage hat, rutsche das Gelände seit Jahrzehnten ständig ab. Unter einigen Häusern befänden sich Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Sie drohten einzubrechen, einige Häuser würden bereits Risse zeigen. Der Zustand der Häuser würde sich durch eine Erweiterung der Wohnbebauung verschlimmern.

Bereits in den 1980er Jahren habe der Vater des jetzigen Eigentümers geplant, sechs Häuser bauen zu lassen. Doch die Baubehörden hätten das Baugesuch abgelehnt. Es habe sogar einen Rechtsstreit gegeben, durch den der Gemeinde auferlegt worden sei, die Hangsituation jährlich per Gutachten zu überprüfen. „Der damalige Bürgermeister Norbert Holzer (CDU) hat den Anwohnern versichert, das Wohngebiet am Auerberg werde niemals erweitert“, so Stockum.

Die Anwohner kritisierten zudem, das Feuchtbiotop und der Teich würden zugunsten von „Mietkasernen“ vernichtet, eine Frischluftzone werde zerstört und das Bauvorhaben diene nicht dem allgemeinen Interesse, sondern lediglich den (finanziellen) Interessen eines Einzelnen. Der Gemeinderat, so Stockum, solle „diesen Irrsinn“ verhindern.

CDU und SPD erklärten zwar, sie unterstützten die Bemühungen der Gemeinde neuen Wohnraum zu schaffen, doch weil am Auerberg zu viele Fragen noch nicht geklärt seien, plädierten sie für eine Vertagung. Stephan Müller-Kattwinkel (CDU) wies daraufhin: „Seit 1993 wurde kein Gutachten mehr erstellt, deshalb wissen wir nicht, ob der Hang noch hält.“ Und Frank Schmidt (SPD) ergänzte: „Wir haben eine neue Info erhalten, dass sich ein Haus in der Saarbrücker Straße senkt, weil der Hang am Auerberg rutscht.“ Auch die anderen Fraktionen stimmten der Vertagung zu.