„Kreatives Chaos“ Wie sich eine Riegelsberger Künstlerin gegen 7300 Konkurrenten durchsetzte – und was sie nun vorhat

Riegelsberg/Saarbrücken · Gegen die Bilder von 7300 anderen Bewerbern hat sich das Selbstporträt der Riegelsbergerin Roxanne Schulz bei einem BIC-Kreativwettbewerb durchgesetzt. Was sie nun mit dem Preisgeld vorhat und wie es mit ihrer Kunst weitergeht, erklärt sie im Gespräch mit der SZ.

Roxanne Schulz hat mit ihrem Werk „kreatives Chaos“ bei dem Kreativwettbewerb der Schreibwarenfirma BIC den ersten Platz gewonnen.

Roxanne Schulz hat mit ihrem Werk „kreatives Chaos“ bei dem Kreativwettbewerb der Schreibwarenfirma BIC den ersten Platz gewonnen.

Foto: BeckerBredel

„Mit meinem Werk wollte ich zeigen, dass meine Ideen unerschöpflich sind.“ Roxanne Schulz aus Riegelsberg (Regionalverband Saarbrücken) hat mit ihrem Selbstporträt „kreatives Chaos“ den ersten Platz des Erwachsenen-Kreativwettbewerbs des Schreibwarenherstellers BIC gewonnen (wir berichteten). Die 29-Jährige konnte sich mit ihrem Bild gegen mehr als 7300 Werke durchsetzen und freut sich sehr darüber.

„Die Vielzahl an Ideen stiftet jede Menge Chaos, was nicht unbedingt schlecht ist, denn die Unruhe dient mir als Antrieb. Außerdem zeigt das Bild auch, dass ich immer auf der Suche nach Neuem bin“, erklärt die Riegelsbergerin zu ihrem Werk.

Roxanne Schulz: „Es kam für mich sehr unerwartet, dass ich gewonnen habe“

Die Künstlerin ist zufällig im Internet auf den Wettbewerb gestoßen und hat kurzerhand beschlossen, daran teilzunehmen. Sie rechnete nicht damit, zu gewinnen. „Es kam für mich sehr unerwartet, dass ich gewonnen habe, denn ich habe das Bild mit Buntstiften gezeichnet, was ein Medium ist, mit dem ich eigentlich sehr selten arbeite. Ich bin sehr stolz darauf, dass ich gewonnen habe.“

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Foto: dpa/Peter Kneffel

Das Preisgeld von 5000 Euro verwendet die Gewinnerin zum Aufbau eines finanziellen Standbeins für ihre Selbstständigkeit. Seit zwei Jahren arbeitet die Künstlerin als Tattoo Artist. Das heißt, sie entwirft die Motive für ausgefallene und individuelle Tätowierungen. Außerdem verkauft sie Siebdrucke und Originale.

Ihre Kunst hat eine professionelle Basis: Vor Kurzem hat Schulz ihr „Media Art und Design“-Studium an der Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBK) in Saarbrücken abgeschlossen. Im Studium konnte sie ihre kreative Ader ausbauen und handwerklich viel dazulernen.

Saarländische Künstlerin will eine Graphic Novel verfassen

Jetzt, nach dem Abschluss, hat sie den Schritt in die Selbstständigkeit ausgebaut. Langweilig werde es ihr da nicht: „Mit meiner Selbstständigkeit bin ich gut ausgelastet, durch mein abgeschlossenes Studium habe ich nun endlich Zeit, eigene Projekte umzusetzen. Zum Beispiel würde ich gerne ein Graphic Novel verfassen, das ist eine Art Comic-Roman. Außerdem möchte ich meine Fähigkeiten in der Malerei weiter verfeinern.“

Das Spektrum der künstlerischen Arbeit ist bei Schulz breit gefächert. Gern arbeitet sie mit Tusche, Holz, Linolschnitten oder Digitaltechnik und knüpft Teppiche mit Motiven und Symbolen, die Bilder ihrer nächtlichen Träume spiegeln.

Die Selbstständige fühlt sich in ihrer momentanen Lebenslage wohl: „Ich bin sehr zufrieden mit dem, was ich habe. Ich mache genau das, was ich gerne mache, und kann dadurch sogar genügend Geld zum Leben verdienen. In Zukunft kann ich mir gut vorstellen, als Tattoo Artist herumzureisen und andere Studios kennenzulernen. Außerdem würde ich auch gerne meine Werke ausstellen.“