1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Riegelsberg

Weihnachtskonzert des Kammerorchesters: Riegelsberger veredeln Weihnachtswerke

Weihnachtskonzert des Kammerorchesters : Riegelsberger veredeln Weihnachtswerke

Das Kammerorchester Riegelsberg zeigte einfühlsam Gespür für Meisterwerke aus mehreren Epochen – und bedankte sich bei einem verdienstvollen Mitglied.

„Das Wort Pause hat es leider nicht ins Programmheft geschafft“, scherzt der Vorsitzende des Kammerorchesters Riegelsberg, Benedict Guntermann, als er das Publikum zum Weihnachtskonzert begrüßt. Das Publikum in der gut besuchten St.-Joseph-Kirche lacht herzlich, bevor Dirigent Ewald Becker mit erhobenem Taktstock die Aufmerksamkeit seines Orchesters auf sich lenkt. In der ersten Hälfte bieten die Musiker Werke von Palestrina, Händel und Marcello – mit tollem Solo von Maksym Malkov.

Gerhard Hellwig am Cembalo agiert sozusagen aus der Mitte der Musikanten. Das garantiert ein Zusammenspiel auf Tuchfühlung. Palestrinas Ricercare bietet Hellwig mit umsichtiger Geschmeidigkeit dar. Das Orchester tut es ihm gleich und sorgt für einen sanften Einstieg in das Programm, der zum andächtigen Lauschen einlädt.

In den folgenden fünf Sätzen aus Georg Friedrich Händels „Concerto grosso op. 3“ treten die Oboen in einen intimen Dialog mit den Violinen. Dirigent Ewald lenkt das Zusammenspiel mit ruhigen Händen und unmissverständlichen Blicken. Das Publikum lauscht gebannt und zeigt dann seine Begeisterung mit entsprechendem Applaus.

Mächtigen Befall gibt es auch bei der anschließenden Ehrung Hans Buschauers. Der machte sich nicht nur nur jahrzehntelang als Ministerialrat im saarländischen Kultusministerium verdient um Kunst und Bildung. Er war auch seit 1971, ohne „Aufsehen um seine Person“ zu machen, für das Kammerorchester tätig und spielte dort zweite Geige.

Dass die Buschauer verliehene Ehrenmitgliedschaft – dem 1. Vorsitzenden Guntermann zufolge „eine bescheidene Anerkennung für die unermüdliche Arbeit“ – nicht direkt parat ist, schiebt Guntermann, sich selbst auf die Schippe nehmend, auf „organisatorische Schwierigkeiten“. Schließlich sei ja „Hans nicht mehr Vorsitzender“. Die Urkunde findet aber doch noch das neue Ehrenmitglied. Buschauer hebt in der Dankesrede die „oftmals mühsame Arbeit“ der Dirigenten hervor. Sie müssten „Leidensfähigkeit“ aufbringen, um ihre Truppe zu führen.

Das Orchester lässt Ewald Becker an diesem Abend aber keineswegs leiden. Denn auch im zweiten Teil überzeugt das gut aufeinander abgestimmte Ensemble – von Bläsern verstärkt – mit Werken von Stamitz, Mendelssohn Bartholdy und Gershwin. Und wie jedes Jahr endet auch dieses Weihnachtskonzert des Orchesters mit Weihnachtsklassikern zum Mitsingen – „Es ist ein Ros’ entsprungen“ und „In Dulci Jubilo“ erklingen aus vielen Kehlen.