Ärger um Kita Riegelsberger Pfarrer ist „wütend und enttäuscht“

Riegelsberg · Zum SZ-Bericht „Weitere Kita-Plätze in Riegelsberg“ (Lokalteil Köllertal vom 31. August) hat uns eine Stellungnahme von Pfarrer Tobias Kaspari erreicht. „Wütend und enttäuscht“ habe er in diesem Artikel gelesen, dass Frank Schmidt (SPD) in der Gemeinderatssitzung zitiert wird, dass man auch mit „der Kirche“ reden müsse, „die sich vor Jahren aus der frühkindlichen Erziehung verabschiedet hat.“

 Streit um Kindertagesstätte in Riegelsberg: Pfarrer sieht seine Kirchengemeinde vom Gemeinderat missachtet. (Symbolbild)

Streit um Kindertagesstätte in Riegelsberg: Pfarrer sieht seine Kirchengemeinde vom Gemeinderat missachtet. (Symbolbild)

Foto: picture alliance / dpa/Jens Büttner

Dem sei anscheinend von keiner Seite widersprochen worden, so dass Kaspari nun das Wort ergreift. „Die Kirche“ gebe es nicht, betont der Geistliche und fügt hinzu: „Wenn ich als Pfarrer auch weiß, dass die religiöse Bildung abgenommen hat, dann bitte ich zu bedenken, dass es in Riegelsberg mehrere Kirchen gibt: evangelische, katholische, altlutherische. Drei der sechs Kindergärten sind in kirchlicher Trägerschaft.“

Als evangelischer Pfarrer der Gemeinde Güchenbach finde er es bitter, dass augenscheinlich nicht einmal zur Kenntnis genommen wird, „dass wir seit 40 Jahren eine Kita haben und diese auch trotz notwendiger Einsparungen erhalten möchten. Sie ist für uns ein Ort sozialen und diakonischen Engagements, wo wir Kinder ohne Ansehen der Konfession und Religion aufnehmen. Dadurch sind wir Teil des gesellschaftlichen Lebens in Riegelsberg, ohne unser Profil als dezidiert evangelische Kita und unsere christliche Praxis zu verstecken. Und das sind wir gerne.“

Die Erzieherinnen leisteten hervorragende Arbeit für Riegelsberg, an einem Ort lebendiger Kita-Arbeit, unterstreicht Kaspari: „Wir freuen uns, wenn das auch wahrgenommen und nicht kenntnislos vom Tisch gefegt wird.“

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort