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Riegelsberger haben am Sonntag das Wort

Riegelsberg. Gut 13 000 Riegelsberger sind an diesem Sonntag aufgerufen, ihre Meinung zum Thema Windkraft kundzutun. Bei der Einwohnerbefragung von 8 bis 18 Uhr sind in fünf Stimmbezirken fünf Fragen zu beantworten. Michael Emmerich

Im geplanten Windpark Fröhn zwischen Riegelsberg und Holz sollen drei oder vier Windräder aufgestellt werden. Nach Angaben von Rudolf Krumm, Geschäftsführer der montanWIND, soll das Projekt etwa 18 Millionen Euro kosten. Bis zu 20 Prozent Bürgerbeteiligung sei möglich. Diese soll über eine noch zu gründende Bürger-Energie-Genossenschaft Köllertal laufen. Die bei solchen Projekten übliche Rendite liegt nach Krumms Worten bei 2,5 bis drei Prozent. (die SZ berichtete).

Das Thema trennt die Bevölkerung in Befürworter und Gegner. So warnt die FDP Riegelsberg in einem Flyer vor Beeinträchtigungen durch Lärm, Schattenwurf und Infraschall. Stellt Fragen wie "Machen Windräder krank?", "Verliert meine Immobilie als Folge des Windparks an Wert?" oder "Wie stark werden das Naherholungsgebiet Fröhner Wald und der Premiumwanderweg zerstört?". Der Vorstand des Vereins Haus und Grund Riegelsberg spricht sich in einer Pressemitteilung ebenfalls gegen den Windpark Fröhn aus. In der Begründung heißt es unter anderem: "Über Jahrzehnte wurde die Ausweisung eines Gewerbegebiets in Riegelsberg abgelehnt mit der Begründung, bei der Gemeinde Riegelsberg handele es sich um eine reine Wohngemeinde. Dies soll jetzt auf einmal nicht mehr gelten, stattdessen wird mitten im Wald ein Industriegebiet ausgewiesen, in dem drei oder vier Windräder aufgestellt werden sollen." Zu den Gegnern des Vorhabens zählt, wie berichtet, auch der Verein Fröhner Wald - für Mensch und Natur.

Der Förderverein Energieversorgung Köllertal (FEK) setzt sich für Windkraft ein. In einer Pressemitteilung geht der FEK auf Kritikpunkte der Gegner des Windparks Fröhn ein. Ein Windpark Fröhn werde nicht den Premiumwanderweg Fröhn-Wald-Weg gefährden, meint der Förderverein. Die Bewertungen vergebe der Verein "Deutsches Wanderinstitut", und der stehe auch zum Premiumwanderweg "Wind, Wasser & Wacken " im Hunsrück, der an zwölf Windkraftanlagen vorbeiführe. Zur Aussage, dass Windkraftanlagen durch Infraschall krank machen würden, schreibt der FEK, das Bundesimmissionsschutzgesetz schütze vor wissenschaftlich belegten Risiken. Dass jedoch die Infraschall-Frequenz von Windrädern krank mache, sei nicht wissenschaftlich belegt. Zum Lärm durch Windkraftanlagen betont der FEK, dass die auf Grundlage des Bundesimmissionsschutzgesetzes festgesetzte Grenze dem "Rascheln eines Laubbaums bei einer leichten Brise" entspreche.

Zum Thema Schattenwurf schreibt der FEK: "Auch dies ist durch das Bundesimmissionsschutzgesetz geregelt. Sonnenstand und daraus resultierender Schattenwurf können exakt berechnet werden. Die Vorgaben des Gesetzes können somit durch gegebenenfalls erforderliche temporäre Abschaltungen, die sich dann in der Betriebsgenehmigung niederschlagen, eingehalten werden."

www.windenergiesaar.de

www.fekev.de

www.froehnerwald.de


Zum Thema:

HintergrundDer Riegelsberger Bürgermeister Klaus Häusle (SPD ) hat am Donnerstag in einer Erklärung betont, dass die Gemeinde keine Windkraftanlagen bauen wird. Sie sei auch nicht Flächeneigentümer im Fröhner Wald. Ein Investor (Montan Wind) plane zu bauen. Häusle: "Er wird hierzu nur dann einen Antrag bei der zuständigen Genehmigungsbehörde (Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz) stellen, wenn die Anlagen rentabel sind, das heißt, wenn der Wind bei noch durchzuführender Messung entsprechend stark ist. Das Risiko einer zu geringen Windausbeute trägt der Investor." Die Windräder hätten eine Nabenhöhe von 140 Meter. Für die Errichtung von drei Windrädern müssten nach Häusles Worten 0,5 Prozent der Fläche des Fröhner Waldes gerodet werden (1,5 ha von 300 ha). me

 Zwischen Riegelsberg und Holz soll der Windpark Fröhn entstehen. Symbolfoto: Armin Weigel/dpa
Zwischen Riegelsberg und Holz soll der Windpark Fröhn entstehen. Symbolfoto: Armin Weigel/dpa