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Warten auf den Schul-Anbau
Baubeginn schon wieder verschoben

Das Riegelsberger Schulzentrum mit Lindenschule (links) und Leonardo da Vinci-Gemeinschaftsschule (rechts) wird nun noch länger auf den geplanten Erweiterungsbau warten müssen. Der zuständige Mitarbeiter beim Regionalverband ist längerfristig erkrankt, und da das Projekt offenbar deutlich teurer als geplant wird, muss die Regionalverbandsversammlung erneut einen Beschluss fassen.
Das Riegelsberger Schulzentrum mit Lindenschule (links) und Leonardo da Vinci-Gemeinschaftsschule (rechts) wird nun noch länger auf den geplanten Erweiterungsbau warten müssen. Der zuständige Mitarbeiter beim Regionalverband ist längerfristig erkrankt, und da das Projekt offenbar deutlich teurer als geplant wird, muss die Regionalverbandsversammlung erneut einen Beschluss fassen. FOTO: Iris Maurer
Riegelsberg. Ein Erweiterungstrakt zwischen Lindenschule und Leonardo da Vinci-Schule soll der Nachmittagsbetreuung in Riegelsberg deutlich bessere Bedingungen bescheren. Doch der Baubeginn lässt weiter auf sich warten, während der Regionalverband meldete, dass die Kosten erneut kräftig gestiegen sind. Von Michael Emmerich

Längst macht die Formulierung „unendliche Geschichte“ die Runde, wenn vom Bau eines Erweiterungstraktes am Riegelsberger Schulzentrum mit Grundschule (Lindenschule) und Gemeinschaftsschule (Leonardo da Vinci-Schule) die Rede ist. Birgit Huonker verfolgt die Entwicklung mit größter Aufmerksamkeit. Aber von welcher Entwicklung reden wir eigentlich? Die Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Gemeinderat Riegelsberg sieht, dass sie weiter nichts sieht von dem geplanten Gebäude. Und deshalb übt sie heftige Kritik. „Es ist nicht mehr zu fassen, wie sich der Baubeginn von Jahr zu Jahr verzögert. Es ist nur noch peinlich“, sagt Birgit Huonker.


Sie wolle nicht in die Ecke der dauergrantelnden Miesepeterin gedrängt werden, fügt sie hinzu, aber als engagierte Kommunalpolitikerin müsse sie doch sagen, was Sache ist. Und dass es eben nicht vorangeht. Huonker blickt zurück und fasst zusammen: Sollte ursprünglich der Bau des Erweiterungstraktes bereits Mitte 2016 starten und zum Schuljahr 2017/2018 bezugsfertig sein, verschob er sich aufgrund der langen Wartezeiten auf die Zuschüsse durch das Innen- und Bildungsministerium. Später hieß es, Mitte 2017 solle mit den Bauarbeiten begonnen werden. Doch den Gemeinderäten wurde dann im August 2017 mitgeteilt, dass die Bauantragsunterlagen vorbereitet werden und Ende 2017 mit vorbereitenden Geländearbeiten begonnen würde, so dass mit einer Fertigstellung bis voraussichtlich Ende 2018 zu rechnen sei. „Von vorbereitenden Geländearbeiten ist weit und breit nichts zu sehen, also wird auch Ende 2018 der Bau wohl eher nicht fertig“, stellt Huonker maßlos enttäuscht fest. Vergangenen Sommer sei zudem bekannt geworden, dass auch noch ein Brandschutzkonzept zu erstellen sei.

Huonker spricht von einem „Planungs-Tohuwabohu, das zu Lasten der Kinder, Lehrer und Eltern geht“. Und sie kritisiert den Personalmangel, den es offensichtlich in der Verwaltung des Regionalverbandes gebe: Es könne nicht sein, dass dieses Millionen-Projekt monatelang verschoben werde, weil ein Mitarbeiter erkrankt sei. Huonker fordert Regionalverbandspräsident Peter Gillo (SPD) auf, das Projekt in Riegelsberg zur Chefsache zu machen und für einen schnellstmöglichen Baubeginn zu sorgen.

Doch danach sieht es nicht aus. Auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung bestätigt Lars Weber, Pressesprecher des Regionalverbandes Saarbrücken, dass der im Haus hauptverantwortliche Mitarbeiter für das Bauvorhaben seit September krank sei. Damit nicht genug: Weber berichtet, „Änderungen in der Detailplanung“ hätten zu „Mehrkosten von mehreren hunderttausend Euro“ geführt. Daher müsse die Regionalverbandsversammlung einen neuen Beschluss in Sachen Erweiterungstrakt fassen, voraussichtlich in der Sitzung am 1. Februar.

Zur Erinnerung: Zuletzt war von Baukosten in Höhe von 1,8 Millionen Euro die Rede. Das Schulbauamt beim Regionalverband bemühe sich um die Aufnahme in ein neues Förderprogramm des Bundes, ergänzt Weber. Damit wäre eine Förderung von bis zu 90 Prozent der Kosten möglich. Und wann ist nun mit dem Baubeginn zu rechnen? Auf einen Termin will sich Weber nicht festlegen. Dass es noch in diesem Frühjahr in Riegelsberg losgeht, glaubt er jedoch nicht. Birgit Huonker wird sich also weiter gedulden müssen. Und mit ihr Lehrer, Schüler und Eltern, die eine bessere Nachmittagsbetreuung herbeisehnen.



So hatte Mitte 2015 der Plan für den Erweiterungsbau ausgesehen – zwischen Lindenschule (links) und Leonardo da Vinci-Schule gelegen. Nach den damaligen Plänen sollte der Trakt zum aktuellen Schuljahr bezugsfertig sein. Doch davon ist längst nicht mehr die Rede. Wann Baubeginn ist, steht in den Sternen.
So hatte Mitte 2015 der Plan für den Erweiterungsbau ausgesehen – zwischen Lindenschule (links) und Leonardo da Vinci-Schule gelegen. Nach den damaligen Plänen sollte der Trakt zum aktuellen Schuljahr bezugsfertig sein. Doch davon ist längst nicht mehr die Rede. Wann Baubeginn ist, steht in den Sternen. FOTO: Regionalverband Saarbrücken
Birgit Huonker
Birgit Huonker FOTO: Huonker