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Riegelsberg rückt ein Stück nach links

Riegelsberg rückt ein Stück nach links

Riegelsberg. CDU-Vorstandsmitglied Bernd Wegner war gestern verständlicherweise "traurig", dass Renate Zimmer die Bürgermeisterwahl nicht gewonnen hatte. Andererseits fand der Landtagsabgeordnete das Ergebnis von 47 Prozent für die Kandidatin "toll"

Riegelsberg. CDU-Vorstandsmitglied Bernd Wegner war gestern verständlicherweise "traurig", dass Renate Zimmer die Bürgermeisterwahl nicht gewonnen hatte. Andererseits fand der Landtagsabgeordnete das Ergebnis von 47 Prozent für die Kandidatin "toll". Und dass die CDU bei der Gemeinderatswahl 5,6 Prozent verlor, relativiert sich in der Anschauung Wegners durch zwei Sachverhalte: Erstens ließ auch die SPD in der Gunst der Wähler nach (minus 3,9 Prozent), zweitens wurde die CDU in Riegelsberg weniger geschwächt als in den anderen Gemeinden des Regionalverbandes. "Die Akzeptanz für unsere Politik ist geblieben", sagte Wegner und ist gespannt, welche Mehrheiten sich im Gemeinderat ergeben. CDU und SPD haben 13 Sitze, die Linken drei. Zur Freude der CDU kann in Walpershofen Werner Hund Ortsvorsteher bleiben.

Spannung im Ortsrat

Spannung herrscht im Ortsrat Riegelsberg, wo die Großen je 7 Sitze haben und das Amt des Ortsvorstehers womöglich durch Zutun der Linken (ein Sitz) entschieden wird. Die SPD möchte unbedingt, dass Amtsinhaberin Monika Rommel Ortsvorsteherin bleibt. SPD-Chef Klaus Häusle, ab 1. November Bürgermeister, will dazu "mit allen Fraktionen Gespräche führen", also mit CDU und Linken. Wie er generell ankündigte, Kontakt mit allen politischen Lagern aufzunehmen und Möglichkiten zu sortieren.

Die SPD ist insgesamt mit dem Ergebnis der Kommunalwahl "sehr zufrieden" (Häusle). Erstens wegen seines Erfolgs bei der Bürgermeisterwahl, zweitens sei die CDU-Dominanz im Gemeinderat gebrochen, drittens habe die SPD absolut an Stimmen zugelegt, drittens seien die Verhältnisse in den Ortsräten zugunsten der Sozialdemokraten verändert worden. Häusle: "Wir haben alle Ziele erreicht."

Die Spitzenkandidatin der Linken, Birgit Huonker, zeigte sich "hoch erfreut" über das Gemeinderats-Wahlergebnis. Mit 10,1 Prozent (762 Stimmen) "wurden unsere Erwartungen bei weitem übertroffen. Wir möchten konstruktiv mit den anderen Parteien im Rat arbeiten und wünschen uns umgekehrt das Gleiche", sagte Huonker. Durch den Einzug in den Gemeinderat werde es "mit Sicherheit etwas lebendiger und spannender werden". Mit dem Einzug der erst 26-jährigen Andrea Schmaerse in den Rat sei es gelungen, "auch der Jugend ein Zeichen zu setzen".

Als erste Partei nach der Kommunalwahl hatten die Riegelsberger Grünen am frühen Montagmorgen bereits eine Kurzanalyse parat. Sprecher Ralf Waschburger ("wir haben unsere Ziele voll erreicht") zeigte sich erfreut über den Stimmenzuwachs von 5,2 auf 5,9 Prozent (448 statt 353 Stimmen). Ohne großen Etat und mediale Präsenz sei dies eine beachtliche Leistung. Außerdem sei die diesmal höhere Wahlbeteiligung tendenziell schlechter für die kleinen Parteien gewesen. Im nächsten Gemeinderat und dessen Ausschüssen wird der bisherige Einzelkämpfer Waschburger denn auch durch einen Mitstreiter, nämlich Stephan Rehberger, entlastet. Der Sprecher kündigte an, mit der Partei Die Linke keine Koalition eingehen zu wollen. Es handele sich nämlich nicht um eine demokratische Gruppierung.

Jürgen Klein, Chef der FDP, machte am Tag nach der Wahl kein Hehl aus seiner Enttäuschung über das Ergebnis. Die Riegelsberger Liberalen konnten nämlich vom allgemeinen Aufschwung der liberalen Partei nicht profitieren und verloren 1,2 Prozent auf 6,2 Prozent. "Ich weiß nicht, welche Fehler wir gemacht haben", räumte Klein in einer ersten Stellungnahme ein. Trotz wackliger Stimmenverhältnisse im Gemeinderat zeigte er sich zuversichtlich, dass weiter "sachbezogene Arbeit" geleistet werde.