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Reiner Zimmer soll Volker Schmidt im Landtag beerben

Reiner Zimmer soll Volker Schmidt im Landtag beerben

Nach 18 Jahren verabschiedet sich der Riegelsberger Volker Schmidt aus dem Landtag. „Ich bin der festen Überzeugung, dass es uns gelingen wird, die stärkste Fraktion im Land zu werden“, sagte er.

Mehr als 100 Genossen kamen zur Jahresauftaktveranstaltung der Riegelsberger SPD im Casa Dali. "Aha", schmunzelte das ehemalige Gemeinderatsmitglied Reinhold Roos, "die SPD kriegt wieder die Säle voll." Grund für den guten Besuch: alle wollten hören, was die stellvertretende Ministerpräsidentin Anke Rehlinger zu sagen hat, alle wollten dabei sein, wenn der langjährige Landtagsabgeordnete Volker Schmidt seine Abschiedsrede hält und seinen designierten Nachfolger im Landtag vorstellt. Der Fraktionsvorsitzende im Landtag, Stefan Pauluhn , hielt die Laudatio für Schmidt, der seit 1999 ein Mandat im Landtag hat und es nach der Wahl am 26. März aufgeben wird. "Volker ist ein Typ mit Ecken und Kanten, der auch gern mal sagt, was Sache ist. Aber er ist absolut zuverlässig. Das ist eine Eigenschaft in der Politik, die in vielen Bereichen zu wenig ausgeprägt ist", sagte Pauluhn.

Dass Schmidt gerne sagt, "was Sache ist", machte er in seiner Rede deutlich: "Vernünftig Politik machen kann man nur, wenn man vertrauensvoll zusammenarbeitet. Das ist bei uns in der SPD manchmal etwas schwierig. Wir gucken zuerst mal das Negative an unseren Kolleginnen und Kollegen, anstatt erstmal zu gucken, wo das Positive ist." Im Hinblick auf die anstehende Landtagswahl zeigte sich Schmidt siegessicher: "Ich bin der festen Überzeugung, dass es uns gelingen wird, die stärkste Fraktion im Land zu werden."

 Reiner Zimmer. Fotos: Schlichter
Reiner Zimmer. Fotos: Schlichter

Reiner Zimmer wird sein Nachfolger werden. Zimmer ist 52 Jahre alt, Diplom-Bauingenieur und Ortsvorsteher von Wahlschied. Dort holte er bei der letzten Kommunalwahl 62 Prozent der Stimmen und sicherte der SPD eine rote Hochburg in der Gemeinde Heusweiler. Zimmer hat aber auch eine "Riegelsberger Vergangenheit": er wohnte viele Jahre dort und gehörte dem SPD-Ortsverband an. Eine äußerst kämpferische Rede hielt Anke Rehlinger . Sie bezog Stellung zu Donald Trump ("Ein Kandidat, der in seinem Wahlkampf gelogen, diffamiert, diskreditiert und sich nicht um Regeln gekümmert hat"), zum Brexit ("Im Nachhinein haben sich viele Briten geärgert, dass sie nicht zur Abstimmung gegangen sind"), zum Populismus ("Wenn man jetzt nicht aufwacht in der Demokratie, wacht man das nächste Mal vielleicht in einer Diktatur auf") und zur AfD ("Wir dürfen uns nicht verrückt machen lassen von den Rufen: Wir sind das Volk. Denn 10 Prozent sind nicht das Volk"). Rehlinger nannte die Felder, die die SPD nach der Landtagswahl intensiv "beackern" will: Sie will dafür kämpfen, dass der Mindestlohn angehoben wird, Leih- und Werksverträge begrenzt werden, das Rentenniveau nicht weiter absinkt, mehr Ganztagsschulen eingeführt werden, die Kitagebühren wegfallen, die Fehlentwicklungen bei G 8 beseitigt werden, die innere Sicherheit ausgebaut und der Polizeiabbau gestoppt wird. Umrahmt wurde der Abend vom Projektorchester des Blasorchesters Riegelsberg unter Leitung von Yannick Webel.