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Linken-Fraktion entlässt Mitglied
Da waren’s nur noch zwei

Als dieses Bild am 7. Juli 2014 entstand, waren noch keine nach außen erkennbaren Risse durch die damals vierköpfige Riegelsberger Gemeinderats-Fraktion der Partei Die Linke gegangen, von links: Ludwig Dryander, Patricia Dillinger, Birgit Huonker und Dieter Schmiedel. Übrig sind jetzt noch Birgit Huonker und Ludwig Dryander. Schmiedel war im Februar zur SPD gewechselt, Dillinger wurde jetzt von den beiden anderen aus der Fraktion geworfen.
Als dieses Bild am 7. Juli 2014 entstand, waren noch keine nach außen erkennbaren Risse durch die damals vierköpfige Riegelsberger Gemeinderats-Fraktion der Partei Die Linke gegangen, von links: Ludwig Dryander, Patricia Dillinger, Birgit Huonker und Dieter Schmiedel. Übrig sind jetzt noch Birgit Huonker und Ludwig Dryander. Schmiedel war im Februar zur SPD gewechselt, Dillinger wurde jetzt von den beiden anderen aus der Fraktion geworfen. FOTO: BeckerBredel
Riegelsberg. Die Linken-Fraktion im Riegelsberger Gemeinderat hat Paticia Dillinger rausgeworfen. Sie wehrt sich gegen Vorwürfe. Von Fredy Dittgen

Dass ein Gemeinderatsmitglied aus seiner Fraktion geschmissen wurde, gab es unseres Wissens nach bisher noch nicht im Köllertal. Bis Montagabend jedenfalls. Da teilte Birgit Huonker (Die Linke) in der Gemeinderatssitzung mit, dass Patricia Dillinger aus ihrer Fraktion ausgeschlossen worden sei. Der Grund: „Es gab im letzten Dreivierteljahr kaum noch Möglichkeiten der Fraktionsvorbereitung“, – was heißen soll, dass Patricia Dillinger kaum da gewesen sei, „und wir haben unterschiedliches Abstimmungsverhalten. Das alles schadet dem Ansehen unserer Fraktion und ist unseren Wählern nicht mehr zu vermitteln.“ Deshalb habe die Fraktion, also die zwei jetzt übrigen Mitglieder der zuvor dreiköpfigen Fraktion entschieden, dass eine weitere Zusammenarbeit mit Patricia Dillinger nicht mehr möglich sei. „Ich persönlich bedauere das sehr“, sagte Birgit Huonker, die in Riegelsberg auch als unabhängige Kandidatin bei der Bürgermeisterwahl kommenden Mai antritt.


Patricia Dillinger nimmt Huonker dieses Bedauern nicht ab, wie sie im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung erklärte. Seit Dieter Schmiedel die Linke-Fraktion im Februar dieses Jahres wegen Unstimmigkeiten verlassen und sich der SPD angeschlossen hatte, bestand die Linken-Fraktion nur noch aus Huonker, Ludwig Dryander und Patricia Dillinger.

Das Dilemma habe vor fünf Jahren, bei der Listenaufstellung zur Kommunalwahl 2014, begonnen, so Dillinger. Damals war sie hinter Huonker die Nummer Zwei, und als stellvertretende Ortsvorsteherin sei sie auch davon ausgegangen, diesen zweiten Platz behalten zu können. Doch Huonker habe den Parteineuling Dryander favorisiert. So sei es zu einer Kampfabstimmung zwischen Dillinger und Dryander gekommen. „Die Abstimmung ging zwölf zu zwölf aus, das Los musste entscheiden, wer auf den Listenplatz zwei kommt. Das Los hat zwar für mich entschieden. Aber seit diesem Zeitpunkt bin ich ins zweite Glied gerückt. Stellvertretender Fraktionssprecher wurde nicht ich, sondern Dryander“, so Dillinger.



Das Zurücksetzen ihrer Person sei auch dadurch dokumentiert worden, dass Birgit Huonker in den Riegelsberger Wochenblättern nur noch Berichte und Fotos abdrucken ließ, in denen es um Huonker, Dryander und das Ortsratsmitglied Klaus Janke ging. „Ich wurde kaltgestellt und fühlte mich von allem ausgeschlossen“, so Dillinger.

Sie bestreitet auch die anderen Vorwürfe Huonkers: „Ich habe die Fraktionssitzungen aus beruflichen Gründen zuletzt öfters nicht besuchen können. Einen anderen Grund gibt es für mein Fehlen nicht.“ Und sie habe nicht ständig anders abgestimmt als die Fraktion, sondern nur zwei Mal: Einmal, als es um den geplanten Kindergartenneubau im Gisorsviertel ging und am Montag, als das Riegelsberger Seniorenkonzept beraten wurde. „Bei Abstimmungen gibt es für mich keinen Fraktionszwang. Ich fühle mich nur meinen Wählern verpflichtet“, sagt Patricia Dillinger.

 Man habe ihr Konsequenzen wegen ihres Abstimmungsverhaltens angekündigt. Dem wollte sie zuvorkommen und zum Jahresende aus der Fraktion austreten. Huonker war schneller. Bis zur Kommunalwahl am 26. Mai will Patricia Dillinger fraktionsloses Mitglied im Gemeinderat bleiben. Ihr Ortsratsmandat will sie für die Linken weiter wahrnehmen.