Rauer Ton im Wahlkampf in Riegelsberg

Bürgermeister-Stichwahl : Rauer Ton im Riegelsberger Wahlkampf

Klaus Häusle (SPD) und Benjamin Schmidt (CDU) wollen die Bürgermeister-Stichwahl gewinnen. Beide beklagen eine aufgeheizte Stimmung.

Die Entscheidung, wer Bürgermeister von Riegelsberg wird, fällt am Sonntag in der Stichwahl zwischen Amtsinhaber Klaus Häusle (SPD) und Herausforderer Benjamin Schmidt (CDU). Beim ersten Wahlgang bekam Häusle 43,5 Prozent der Stimmen, Schmidt 29,7 Prozent.

Häusle freut sich, die meisten Stimmen erhalten zu haben, ruht sich darauf aber nicht aus. Er hat weiter Hausbesuche gemacht. Wenn er die Stichwahl gewinnt, will er zunächst einige Projekte zu Ende bringen, aber auch neue „aufs Gleis setzen“. Etwa die Starkregenvorsorge. Riegelsberg war unter den ersten Gemeinden im Saarland, die eine Starkregenkarte erstellt haben. Häusle will das Projekt fortführen.

Die Nachmittagsbetreuung an den Schulen soll weiter ausgebaut werden, ebenso steht die Sicherung des Stumpens als Nahversorgungszentrum an. Riegelsberg brauche zudem weitere Begegnungsstätten für Senioren und müsse die Versorgung für die älteren Mitbürger organisieren. Rathausvorplatz und Festplatz in Walpershofen seien ebenfalls Projekte, die er zu Ende bringen will. Häusle kritisiert, dass der Wahlkampf zum Teil eine Zumutung gewesen sei. Es sei oft mit Halb- und Unwahrheiten sowie Unterstellungen gearbeitet worden. Dies sei schlechter Stil, den er ablehne.

Benjamin Schmidt ist bisher kommunalpolitisch noch nicht in Erscheinung getreten. Das wird sich aber ändern. Falls er nicht Bürgermeister wird, dann wird Schmidt dem neuen Riegelsberger Gemeinderat und dem Walpershofer Ortsrat angehören. Sollte er jedoch Bürgermeister werden, hat er sich einen 15-Punkte-Plan vorgenommen. An erster Stelle stehe die Bildung einer neuen Kita-Kommission, die sich um die Qualität und Sicherheit der Kindertagesstätten kümmern soll. Die Ordnung und Sauberkeit Riegelsbergs will er verbessern, mehr Geschwindigkeitskontrollen in verkehrsberuhigten Bereichen anordnen, die Verwaltung besser strukturieren, die Stelle eines „Fördermittelakquisiteurs“ schaffen und vieles mehr.

Schmidt hat die Zeit zwischen dem 26. Mai und der Stichwahl genutzt, um sich durch Hausbesuche noch bekannter zu machen. Er hat einen Flyer in Umlauf gebracht, in dem er darum wirbt, am Sonntag zur Wahl zu gehen, denn er glaubt, dass eine hohe Wahlbeteiligung für ihn von Vorteil sein könnte.

Wie Häusle kritisiert auch Schmidt den Stil des Wahlkampfs. Die Stimmung sei aufgeheizt, der Ton immer rauer geworden, es gehe nicht mehr um Sachthemen und die Zukunft Riegelsbergs, sondern um „Gut gegen Böse“ oder „David gegen Goliath“. Der Wahlkampf habe sich zu einer Schlammschlacht entwickelt.

Im neuen Riegelsberger Gemeinderat wird es keine klaren Mehrheitsverhältnisse geben. Die CDU hat 13 Sitze, die SPD zehn, die Grünen vier, die Linke drei, die AfD zwei und die FDP einen. Ob die CDU mit der SPD (wie zu Beginn der letzten Legislaturperiode) oder mit der Linken (wie zum Ende der letzten Legislaturperiode) zusammenarbeitet, werde erst nach der Sommerpause besprochen. Eine Tendenz gebe es jetzt noch nicht, so Schmidt.

Klaus Häusle sagt, Gespräche zwischen den Fraktionen seien Sache der Parteien. Er arbeite gerne mit allen zusammen, die konstruktiv und sachlich für Riegelsberg das Beste erreichen wollen.

Klaus Häusle (SPD) Foto: Robby Lorenz. Foto: Robby Lorenz
Benjamin Schmidt (CDU) Foto: B. Schmidt. Foto: Benjamin Schmidt/B. Schmidt hat dem Fotografen die Bildrechte abgekauft.

Alles zur Stichwahl in Riegelsberg am Sonntag ab 16 Uhr aktuell auf www.saarbruecker-zeitung.de

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