Pro & Contra Pellet-Heizung für die Riegelsberghalle

Feuer für die Riegelsberghalle : Marode Heizung muss weichen

Die Riegelsberghalle bekommt ein Pellet-Heizsystem. Das ist allerdings, folgt man der Gemeinderatssitzung, für die Gemeinde nur wirtschaftlich rentabel, weil es ordentlich Zuschüsse gibt.

Fast einstimmig – mit Ausnahme von Melanie Dell (FDP) – hat der Riegelsberger Gemeinderat eine Sanierung der Warmwasserbereitung und der Heizungsanlage in der Riegelsberghalle beschlossen und damit einhergehend den Bau einer Pellet-Heizanlage. Die alte Anlage – eine Blockspeicherheizung – stammt noch aus dem Jahr 1976, ihre Technik ist veraltet und ab dem nächsten Jahr gar nicht mehr zugelassen. Zudem ist der Raum der Heizzentrale zu beengt. Deshalb soll eine externe Heizzentrale an das Gebäude angebaut werden.

Die neue Anlage wird ein sogenanntes Biomasse-Heizsystem sein, das mit Holzpellets betrieben wird. Dieses Material sei sparsam im Energieverbrauch, CO2-neutral und kann mit bis zu 50 Prozent durch Fördergeld finanziert werden. Diese Förderzusage gab wohl den Ausschlag, dass sich der Rat für die „Pelletheizung“, wie sie genannt wird, entschied. Denn schon in der Bürgerfragestunde zu Beginn der Sitzung hatte der Riegelsberger Fred Dell – ein selbstständiger Elektro-Ingenieur – davon abgeraten, eine solche Heizung anzuschaffen.

Eine Pelletheizung sei teurer als eine moderne mit Erdgas betriebene Brennwertheizung und die Pellets seien schadstoffbelastet, sagte Fred Dell. Seine Tochter Melanie Dell, die in einer Heizungs- und Sanitärfirma arbeitet, war der gleichen Meinung. Sie wies darauf hin, dass eine Pelletheizung sehr „wartungsintensiv“ sei und man mit mehr als 1000 Euro Wartungskosten pro Jahr rechnen müsse.

Ralph Schmidt (CDU), der an der Abstimmung nicht teilnahm, weil er beruflich Geschäftsführer der ARGE Solar ist, gab Melanie und Fred Dell zwar Recht („Wenn man alleine die Investitionskosten betrachtet, wäre eine Pelletheizung teurer als eine Brennwertheizung“), doch weil es vom Wirtschaftsministerium Zuschüsse für die Anschaffung einer Pelletheizung inklusive der Entsorgung der alten Heizung gibt, sei eine Pelletheizung dann doch „die Wirtschaftlichste“ – gemeint ist: am wirtschaftlichsten für die Riegelsberger Gemeindekasse.

Unrecht hätte Fred Dell, so Schmidt, mit seiner Aussage, Pellets seien schadstoffbelastet: „Pellets sind kein schadstoffbelastetes Altholz“, betonte Schmidt. Bürgermeister Klaus Häusle (SPD) fasste zusammen: „Nicht alle Fachleute sind immer einer Meinung. Aber durch die Beratung der ARGE Solar und der Firma FAMIS konnten wir bisher immer sehr gut arbeiten, ihre Vorschläge waren immer die richtigen. Deshalb wollen wir aus Verwaltungssicht bei der Pelletheizung bleiben.“

Keine Diskussionen gab es um die Sanierung der zentralen Warmwasserbereitung der Halle, die nicht mehr richtig funktioniert. Der sogenannte Pufferspeicher, in dem warmes Wasser bereitgehalten wird, musste bereits wegen eines Defektes von 12 000 auf 6000 Liter halbiert werden. Auch hat das veraltete Rohrleitungsnetz noch kein Zirkulationssystem. Ein solches System ist laut Trinkwasserverordnung vorgeschrieben und sorgt dafür, dass das ansonsten in den Rohrleitungen stehende Wasser wieder zurückgeführt und erneut erhitzt wird, wodurch die Gefahr von Legionellenbildung deutlich gemindert wird.

Fred Dell. Foto: Gemeinde Riegelsberg
Melanie Dell. Foto: Dell

Die veraltete und unzureichende Anlage soll jetzt durch eine effiziente und hygienisch unbedenkliche neue Warmwasserbereitung ersetzt werden.

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