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Polizei erkennt „Häufungsunfalllinie“

Polizei erkennt „Häufungsunfalllinie“

Auf den ersten Blick lesen sich die Daten der Kriminal- und Unfallstatistik für Riegelsberg recht gut. Die Gesamtzahl der Straftaten ist rückläufig. Das höre sich ja gut an, „aber es entspricht halt nicht dem Empfinden der Bürger“, meinte Hartmut Huber von der FDP.

Die Führung der Polizei-Inspektion (PI) Köllertal mit ihrem Leiter Wolfgang Schäfer, dessen Stellvertreter Horst-Peter Schäfer sowie dem ehemaligen Leiter des Kriminaldienstes, Peter Wirth , hat im Gemeinderat die aktuelle Kriminal- und Unfallstatistik vorgestellt. In Sachen Straftaten fasste Wirth, der seit Oktober letzten Jahres Sachgebietsleiter in der PI Lebach ist, zusammen: "Die Chance, Opfer einer Straftat zu werden, ist in Riegelsberg relativ gering." 512 Straftaten fielen 2013 in Riegelsberg an, das sind 130 weniger als im vergangenen Jahr. "Es ist der niedrigste Wert seit 2010", sagte Wirth. Die meisten Straftaten (132) fielen im Bereich Bedrohung und Sachschäden an.

Es gab 118 Diebstähle, bei denen das Diebesgut frei zugänglich war und 110 Diebstähle, bei denen die Einbrecher sich gewaltsam Zugang verschafften. Wohnungseinbrüche gab es 31, das sind drei mehr als 2012, Tötungsdelikte gab es keine. "Riegelsberg ist noch mit einem blauen Auge davon gekommen", sagte Wirth mit Hinweis auf den Raum Saarlouis: "Dort ist es schauderhaft gewesen, dort kann man es mit der Angst zu tun bekommen."

Schäfer stellte die Unfallzahlen des Jahres 2013 vor: "In Riegelsberg gab es im vergangenen Jahr 331 Unfälle, das sind acht weniger als 2012." Häufigste Unfallursachen waren falsches Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren vor Missachtung der Vorfahrt, falschem Verhalten von Fußgängern und Unfällen wegen zu schnellen Fahrens. Die meisten Unfälle gab es an Einmündungen und Kreuzungen (55) sowie an Ausfahrten (10). Die Gruppe der Fahrer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren verursachte die mit Abstand meisten Verkehrsunfälle . Dazu Schäfer: "Das ist eine absolute Risikogruppe. Die Zahl der von ihr verursachten Unfälle ist 2,5 mal höher als bei allen anderen Altersgruppen." Einen Unfallschwerpunkt gab es in Riegelsberg nicht, aber eine so genannte Häufungsunfalllinie.

"Nicht zum Guten gewendet"

Schäfer: "Von der Straße Zum Kasberg bis zur Lampennesterstraße gab es in den Jahren 2011 bis 2013 insgesamt 31 Verkehrsunfälle . Deshalb spricht man von einer Häufungsunfalllinie." Wolfgang Schäfer betonte: "Die PI Köllertal kümmert sich jetzt genau um diese Unfallstrecke. Wir schauen, wie man Abhilfe schaffen kann." Bürgermeister Klaus Häusle kommentierte die Statistiken mit einem leichten Aufatmen: "Positiv ist vor allem, dass es keine Straftaten gegen das Leben gab." Hartmut Huber (FDP ) hingegen nahm die vorgestellten Zahlen mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis: "Morgen wird man wieder in der Zeitung lesen, in Riegelsberg sei die Welt noch in Ordnung. Die Gesamtzahl der Straftaten ist rückläufig. Das hört sich ja auch alles gut an, aber es entspricht halt nicht dem Empfinden der Bürger ." Auch Stephan Lehberger (Die Grünen) äußerte Skepsis: "Die Zahlen haben sich insgesamt seit 2012 nicht zum Guten gewendet."