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Politikerköpfe bestimmen das Straßenbild

Politikerköpfe bestimmen das Straßenbild

Köllertal. Heusweiler Verkehrskreis Saarbrücker-/Illinger Straße: Vom erhöhten Standort unmittelbar neben dem Trottoir schauen Kandidaten der Landtagswahl vom 25. März dieses Jahres auf den ruhelosen Fahrzeugverkehr und die Passanten: CDU-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer neben ihrem Herausforderer Heiko Maas und der FDP-Frau Nathalie Zimmer - alle in friedlicher Eintracht

Köllertal. Heusweiler Verkehrskreis Saarbrücker-/Illinger Straße: Vom erhöhten Standort unmittelbar neben dem Trottoir schauen Kandidaten der Landtagswahl vom 25. März dieses Jahres auf den ruhelosen Fahrzeugverkehr und die Passanten: CDU-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer neben ihrem Herausforderer Heiko Maas und der FDP-Frau Nathalie Zimmer - alle in friedlicher Eintracht.

"Wesselmänner"

Nein, sie stehen nicht wirklich an dieser Stelle, sondern sie gucken von Wahlplakaten, die auf kleineren Tafeln aufgeklebt sind und auf so genannten "Wesselmännern" - das sind nach dem amerikanischen Grafiker und Objektkünstler Tom Wesselmann benannte großflächige Stellwände. An dieser Stelle ist, laut dem Heusweiler Ordnungsamtsleiter Walter Scheidhauer, das Aufstellen von Wahlwerbung per Genehmigung seiner Behörde erlaubt.

Alle Standorte im öffentlichen Raum müssen mit der Gemeinde oder dem Eigentümer der Grundstücke sowie der Gebäude abgestimmt werden. Scheidhauer: "In unserer Gemeinde gibt es keine Begrenzung der Plakat-Anzahl, das heißt, die Parteien können so viele aufhängen, wie sie für angebracht halten. Sie müssen aber aufpassen, dass sie mit ihren Werbetafeln den öffentlichen Verkehr nicht behindern oder stören. So sollen beispielsweise an Laternenmasten gewisse Höhen beachtet werden, damit keine Verletzungsgefahr für Passanten entsteht."

Der Chef des Riegelsberger Ordnungsamtes Helmut Altpeter erklärt, dass ohne Genehmigung aus dem Rathaus kein Plakat aufgehängt werden darf. Zudem sei eine "Sondernutzungs-Erlaubnis" gemäß dem saarländischen Straßen- und dem Bundesfernstraßengesetz notwendig.

In Riegelsberg dürfen bis zu 150 Plakate pro Partei aufgehängt werden, die eine Woche nach dem Wahltermin wieder beseitigt werden müssen. Der Bereich des Verkehrskreises "Bauer" muss plakatfrei bleiben - wegen der vielen amtlichen Wegweiser, die es dort gibt.

In Püttlingen haben sich acht Parteien Genehmigungen zum Anbringen von Wahlplakaten geholt, wie Stephan Balzert, Sachbearbeiter "Straßenverkehr" beim städtischen Ordnungsamt, mitteilt. 23 der Großflächen-Plakate seien bereits angemeldet. Zudem habe seine Behörde Infostände auf dem Kardinal-Maurer-Platz und dem Köllner Platz in Köllerbach genehmigt.

Die Püttlinger Verwaltung verzichtete bislang auf eine zahlenmäßige Begrenzung der Werbetafeln, appelliert aber vor Wahlen an die Parteien, sich selbst zu beschränken. "Damit das Stadtbild nicht zu sehr verunziert wird", erklärt Balzert.