Pflegemedaille für vier starke Frauen aus dem Köllertal

Pflegemedaille für vier starke Frauen aus dem Köllertal

Heusweiler/Riegelsberg. Mit der Pflegemedaille des Saarlandes zeichnet die Landesregierung Menschen aus, die nahe Angehörige im häuslichen Bereich über mindestens fünf Jahre gepflegt haben oder zum Teil immer noch betreuen. Wie wir bereits kurz berichtet haben, hat Martin Karren, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Familie, Prävention, Soziales und Sport, am 13

Heusweiler/Riegelsberg. Mit der Pflegemedaille des Saarlandes zeichnet die Landesregierung Menschen aus, die nahe Angehörige im häuslichen Bereich über mindestens fünf Jahre gepflegt haben oder zum Teil immer noch betreuen. Wie wir bereits kurz berichtet haben, hat Martin Karren, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Familie, Prävention, Soziales und Sport, am 13. Dezember 17 Bürgern aus dem Regionalverband Saarbrücken die Pflegemedaille überreicht. Vier der Ausgezeichneten kommen aus dem Köllertal. Der Heusweiler Bürgermeister Thomas Redelberger empfing gestern die Preisträger aus seiner Gemeinde im Rathaus. Zwei der drei geehrten Frauen folgten der Einladung.Die 88-jährige Irmgard Naumann aus Eiweiler ließ sich vom Heusweiler Pastor Theo Welsch entschuldigen. Sie müsse sich um ihre zwei Jahre jüngere Schwester Hedwig kümmern, der es gesundheitlich sehr schlecht gehe, ließ sie Welsch ausrichten.

Ebenfalls in Eiweiler lebt Elisabeth Kuballa. Die 53-Jährige pflegte jahrelang ihre demenzkranke Mutter Balbina Nowaczyk, die im März im Alter von 76 Jahren starb.

Auch Angela Monz aus Heusweiler erhielt die Pflegemedaille des Saarlandes. Die 73-Jährige betreute ihren Mann Hans, der am 22. Dezember 2010 im Alter von 75 Jahren starb.

Aus Riegelsberg stammt die vierte Ausgezeichnete aus dem Köllertal. Melanie Klein (40) pflegt mit ihrem Mann Patrick ihre schwerst mehrfach behinderte Tochter Michelle. Bei der mittlerweile 20-Jährigen sei im Alter von zweieinhalb Monaten ein bösartiger Hirntumor entdeckt worden, berichtet Melanie Klein, die ihre Tochter als "Mittelpunkt unserer Familie" bezeichnet. Die Verleihung der Pflegemedaille empfindet das Ehepaar Klein als "eher unangenehm, denn was wir tun, ist doch selbstverständlich", wie es Melanie Klein ausdrückt.

"Das Selbstverständliche darf ruhig mal gewürdigt werden", findet Pastor Theo Welsch, der den unermüdlichen Einsatz aller Geehrten als "gelebte Nächstenliebe" sieht. Auch Thomas Redelberger ermuntert die Preisträger, stolz auf die Medaille zu sein. "Sehen Sie es als stellvertretende Auszeichnung für alle Menschen, die kranke Angehörige zu Hause pflegen", meint er.