Pfarrer Kaspari weiht neue Glocken

Noch sind sie im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde Güchenbach zu bestaunen - die drei neuen Glocken für die Kirche, von denen bald nur noch ihr Klang zu hören sein wird. Pfarrer Dr. Tobias Kaspari stellte sie vor und weihte sie.

Riegelsberg. Da die alten Glocken der evangelischen Kirche in Riegelsberg zu schwer wurden für das Gebälk des Gotteshauses, ließ die Kirchengemeinde in der Glockengießerei der Benediktinerabtei Maria Laach drei neue und vor allem leichtere aus Bronze gießen. Bevor "Johannes", "Paulus" und "Jesaja", so die Namen der Glocken in der Reihenfolge ihrer Größe, auf ihren zukünftigen Platz im Glockenstuhl der Kirche gehoben werden, stellte der Pfarrer sie den Besuchern des Erntedank-Gottesdienstes vor. Ob die Kirche wegen des Erntedanks oder den neuen Glocken so gut gefüllt war, ist nicht bekannt. Offensichtlich war jedoch, dass die Gemeindemitglieder großes Interesse an den glänzenden Instrumenten zeigten. So mancher klopfte mit dem gekrümmten Zeigefinger dagegen, um ihnen einen ersten Ton zu entlocken. Nach den Erklärungen des Pfarrers sind die Glocken ein kirchenmusikalisch-liturgisches Instrument, das die Ehre des dreieinigen Gottes verkündet. "Sie rufen zum Gottesdienst, mahnen mit dem Stundenläuten zum täglichen Gebet, begleiten das Beten der Gemeinde und künden die Sakramente und Amtshandlungen an. Die Glocken begleiten die Menschen von der Taufe bis zur Bestattung in Freud und Leid", so die weiteren Worte des Geistlichen.

Die große Glocke mit dem Namen "Johannes" ist die Kreuz- und Totenglocke. Auf ihr steht "Es ist vollbracht". Die mittlere, die Betglocke, trägt die Inschrift "Betet ohne Unterlass" und den Namen "Paulus". Die kleinste heißt "Jesaja" und ist die Tauf- und Abendmahlsglocke. Auf ihr steht geschrieben: "Heilig, Heilig, Heilig ist der Herr Zebaoth."

In wenigen Tagen, vermutlich schon am Freitag, wird eine Spezialfirma die Glocken an ihrem vorgesehenen Platz im Glockenstuhl montieren. Kaspari sprach von Gesamtkosten von rund 90 000 Euro (einschließlich neuem Glockenstuhl aus Holz, Montage und Elektroarbeiten). Die alten Glocken aus dem Jahr 1928 werden ihren Platz im Glockenmuseum im Erzgebirge finden. Pfarrer Kaspari ließ es sich nicht nehmen, der kleinsten mit einem Hammer noch einen letzten Ton zu entlocken.