Park oder Parkplatz?

Walpershofen. Das Walpershofer Ortszentrum erhält ein völlig neues Gesicht. Die alte Bahnbrücke ist abgerissen worden, Teile des Bahndammes ebenfalls. Eine neue Brücke wird gebaut. Außerdem soll die Freifläche unter der Brücke neu gestaltet werden, und ein Verkehrskreisel ist geplant

Walpershofen. Das Walpershofer Ortszentrum erhält ein völlig neues Gesicht. Die alte Bahnbrücke ist abgerissen worden, Teile des Bahndammes ebenfalls. Eine neue Brücke wird gebaut. Außerdem soll die Freifläche unter der Brücke neu gestaltet werden, und ein Verkehrskreisel ist geplant. Die Pläne zu Kreisel und Freiflächengestaltung wurden am Dienstag bei einer Bürgerversammlung in der Köllertalhalle präsentiert. "Wir stellen heute die Zukunft Walpershofens vor", sagte Bürgermeister Lothar Ringle (SPD) vor 45 Bürgern. So soll beispielsweise die Verkehrssituation am Knotenpunkt Etzenhofer Straße, Dörrwieserstraße und Kurzenbergstraße neu geordnet werden. "Diese Verkehrsfläche ist sehr groß, aber völlig unstrukturiert. Das führt in Verkehrs-Spitzenzeiten zu Problemen, was die Leistungsfähigkeit betrifft", sagte Mario Kindel vom Landesbetrieb für Straßenbau (LfS). Deshalb wurde ein Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben, dessen Ergebnisse Helmuth Ammerl vom Münchner Planungsbüro Obermeyer vorstellte. Den Knotenpunkt passieren am Tag durchschnittlich 10 000 Fahrzeuge, vier Prozent davon ist Schwerlastverkehr. "In Spitzenzeiten kommt alle drei Sekunden ein Auto an", sagte Ammerl. Um die Verkehrssituation für Anwohner, Fußgänger und Autofahrer zu entschärfen, hat das Büro Obermeyer sechs Varianten untersucht, von der kleinen Ampellösung bis zum Verkehrskreisel. "Die Ergebnisse zeigen: Eine Ampellösung ohne Linksabbiegerspur in der Ortsmitte würde gar nichts bringen. Eine Ampellösung mit Linksabbiegerspur würde 500 000 Euro kosten. Das ist vom Kosten-Nutzen-Verhältnis her nicht zu empfehlen", so Ammerl. Er schlägt deshalb eine Kreisel-Lösung vor. Es ist an einen "Mini-Kreisel" mit einem Durchmesser von 20 bis 22 Meter gedacht. "Das hätte den Vorteil, dass die Anwohner nichts von ihren Grundstücken abgeben müssen", so Ammerl. Die Kosten beliefen sich auf etwa 100 000 Euro. Der Landschaftsarchitekt Frank Zöller stellte die Gestaltung der Freifläche unter der Brücke vor. Dort soll ein Park angelegt werden, der, von der Heusweiler Straße ausgehend, terrassenförmig zum Köllerbach hin abfällt. Parkcharakter erhält die Fläche durch das Aufstellen von Bänken und anderen Sitzgelegenheiten sowie das Pflanzen von Bäumen und Sträuchern. Eine kleine Holzbrücke soll den Köllerbach überqueren. Ein Wasserspielplatz, eine Schaukel und ein Bouleplatz sollen jung und alt Unterhaltung bieten. Die vorhandene Brunnenanlage wird erhalten. Fünf Parkplätze sind vorgesehen. Weil aus der Bürgerversammlung Kritik geübt wurde, fünf Parkplätze seien auf Grund des benachbarten Aktiv-Marktes zu wenig, sagte Zöller: "Man kann auch 20 Parkplätze anlegen, aber das geht auf Kosten des Spielplatzes. Deshalb sollte die Frage geklärt werden: Will man eine Parkanlage haben oder einen Parkplatz?" Über die zeitliche Schiene wurde nichts ausgesagt. Zunächst müssen die Pläne in den Gremien beraten und beschlossen werden, dann können die Umbauarbeiten anlaufen. Vor Sommer 2010 wird das auf keinen Fall möglich sein.