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Ort, an dem man angstfrei leben kann

Ort, an dem man angstfrei leben kann

Ein interkulturelles Projekt der Gemeinde Riegelsberg, des Regionalverbandes und des Cafés Nostalgie befragte Vertreter der jüngeren Generation und ausländische Mitbürger zu ihrem Verständnis von „Heimat“.

Seit knapp drei Jahren arbeitet die Gemeinde Riegelsberg in Kooperation mit dem Regionalverband und dem Café Nostalgie an einem interkulturellen Projekt zur nachhaltigen Bildung, das durch die Flüchtlingskrise aktueller denn je ist. "Wir haben Menschen aus verschiedenen Generationen und auch Menschen, die in Riegelsberg aus anderen Kulturkreisen Zuflucht gefunden haben, zusammengebracht. Mit ihnen haben wir über das Thema Heimat und die Herausforderungen, die damit in der Gegenwart verbunden sind, diskutiert. Wir spüren der Frage nach, ob sich der Begriff von Heimat in der Gegenwart, in einem interkulturellen Kontext, nachhaltig neu verankern lässt", erklärt Regionalentwickler Peter Michael Lupp.

Ausstellung geplant

"Im Rahmen von so genannten Kaffeekränzchen haben wir uns über drei Jahre mit Einheimischen und Zugewanderten Menschen aus verschiedenen Generationen im Café Nostalgie getroffen", ergänzt Bürgermeister Klaus Häusle (SPD ). Dabei habe man sich über die Frage "Heimat , was sie uns bedeutet, und was sie andererseits auch für Menschen aus der Fremde bedeutet" ausgetauscht. Häusle: "Bereits dieser generationenübergreifende Dialog zwischen unterschiedlichen Kulturen hat eine große Aufgeschlossenheit unter den Beteiligten bewirkt."

Das jüngste Treffen fand am vergangenen Samstag statt, dabei kamen neben Vertretern der Generation 18 plus vor allem ausländische Mitbürger zu Wort. Der 35-jährige Frank Schmidt versteht unter Heimat seinen aktuellen Lebensmittelpunkt, an dem er auch bereit ist, politische Verantwortung zu übernehmen. Für den gebürtigen Iraner Ali-Reza Motamedi, der vor über 50 Jahren ins Saarland kam, ist Heimat ein Ort, an dem man geliebt wird und wo man liebt. Kai Buchalla (25) verbindet mit Heimat zusätzlich zum Zwischenmenschlichen das Örtliche, dessen Schönheit er in Fotografien festhält.

Für den Mathematikstudenten Albonny Ways (23), den Schreiner Mohamed Haroun (21) und den Polizisten und Jurastudenten Khaled Alobed (28), die aus Syrien flohen und seit einem Jahr in Riegelsberg leben, hat Heimat viel mit Sicherheit zu tun. "Wir haben unsere frühere Heimat verloren. Bei uns zu Hause ist alles zerbombt. Wir bauen uns in Deutschland eine neue Heimat auf, hier können wir sicher leben." Motaz Haroun (27) und seine Frau Maria Alduki (19) verstehen unter Heimat einen Ort, an dem sie angstfrei und sicher leben. Ihr zweijähriges Töchterchen haben sie Hanin genannt, was im Arabischen auch für "Heimweh" steht.

Die vielfältigen Antworten der Interviewpartner sollen im Rahmen einer kleinen Ausstellung noch in diesem Jahr im "Markusse Haus" in Riegelsberg präsentiert werden.