Ölschlieren auf dem Köllerbach

Riegelsberg/Püttlingen. Ein Ölfilm auf dem Köllerbach hat am Wochenende für Aufregung im Köllertal gesorgt. Spaziergänger hatten am Freitagabend vom Köllerpfädchen aus schillernde Ölschlieren auf dem Gewässer entdeckt und die Feuerwehr alarmiert. Die Wehrleute aus Walpershofen und Köllerbach rückten sofort aus, um Ölsperren zu errichten

Riegelsberg/Püttlingen. Ein Ölfilm auf dem Köllerbach hat am Wochenende für Aufregung im Köllertal gesorgt. Spaziergänger hatten am Freitagabend vom Köllerpfädchen aus schillernde Ölschlieren auf dem Gewässer entdeckt und die Feuerwehr alarmiert. Die Wehrleute aus Walpershofen und Köllerbach rückten sofort aus, um Ölsperren zu errichten.

"In so einer Situation ist es sehr wichtig, schnell zu reagieren, um das Ausbreiten des Gefahrstoffs zu verhindern", erklärte der Riegelsberger Wehrführer Gerhard Kaiser. Parallel dazu wurde erforscht, wo genau das Öl in den Bach geleitet wurde. Die Stelle war schnell ausgemacht: Im Bereich der Saarbahn-Haltestelle Etzenhofen floss nach Öl riechendes Wasser aus einem Kanalrohr in den Bach. Diese Stelle wurde besonders gut geschützt: Erst wurde eine Ölsperre rund um das Rohr gelegt und danach Ölbindemittel darin verteilt. Die beiden Wehren arbeiteten dabei Hand in Hand: So halfen die Köllerbacher den Walpershofern mit Ölbindemittel aus, das in Riegelsberg kurzfristig zur Neige gegangen war. "Das versteht sich von selbst, dass wir uns gegenseitig aushelfen", so der Püttlinger Wehrführer Wolfgang Peter. Trotz des schnellen Eingreifens der beiden Feuerwehren konnte ein Umweltschaden nicht komplett verhindert werden: Mehrere Frösche wurden nach Feuerwehrangaben am Köllerbach gefunden, deren Hinterbeine durch das Öl verklebt waren. Die Wehr sammelte die Tiere ein und reinigte sie. Der Püttlinger Bürgermeister und Chef der Feuerwehr Martin Speicher machte sich vor Ort ein Bild.

Über Nacht wurden die Ölsperren im Bach belassen, sie sollen bis heute dort liegen bleiben. Danach müssen sie als Sondermüll entsorgt werden. Am Samstag waren dann zwei Mitarbeiter des Landesamts für Umwelt- und Arbeitsschutz im Gewerbegebiet Walpershofen unterwegs. Sie versuchten herauszufinden, wo das Öl vom Vorabend hergekommen war und wer als Verursacher in Frage kommt. Keine leichte Aufgabe, denn es handelt es sich nicht um ein einzelnes Kanalsystem, sondern um mindestens zwei voneinander getrennte Systeme. Deshalb mussten im Gewerbegebiet alle Kanaldeckel geöffnet und das Wasser darin geprüft werden. Bei einigen langte die "Rüsselprobe", also das Schnuppern an der Luft im Kanal. An anderen Stellen mussten Feuerwehrleute in den Kanal steigen und Teststreifen in die Flüssigkeit halten, um deren Belastung mit Öl zu bestimmen. Auf einem Grundstück wurden die Beamten stutzig und bestellten die Mobile Laborbereitschaft des Landesamts für Umwelt- und Arbeitsschutz. Die Mitarbeiter nahm Proben, deren Ergebnis heute vorliegen soll. So konnte die Polizei denn auch gestern bei Redaktionsschluss noch keine eindeutigen Angaben zum Verursacher machen. Auch die Strafverfolger warten auf die Ergebnisse der Umweltbehörde.

Durch Teststreifen kann die Belastung mit Öl ermittelt werden.