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Nur noch Tempo 30 in Riegelsberger Durchgangsstraßen?

Gegen Verkehrslärm : Tempo 30 in Durchgangsstraßen?

Gutachten könnte Autos in Riegelsberg ausbremsen. Fördergeld für Schallschutz.

An den stark befahrenen Durchgangsstraßen in Riegelsberg und Walpershofen leiden viele Anwohner unter Verkehrslärm. Doch zur Bürger-Informationsveranstaltung zum Thema „Lärmaktionsplan Riegelsberg“ kamen lediglich elf dieser Anwohner in den Rathaussaal, um sich anzuhören, was man gegen den Lärm tun kann.

Der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) hatte im Auftrag der Unteren Straßenverkehrsbehörde des Regionalverbandes Saarbrücken ein „schalltechnisches Gutachten“ erstellt, das auch klären sollte, ob die Einführung von Tempo 30 aus Lärmschutzgründen möglich ist, und wenn ja, an welchen Durchgangsstraßen man Tempo 30 einführen kann. Jochen Hahn vom Planungsteam des LfS stellte das Gutachten vor, in dem ein europaweit einheitliches Berechnungsmodell angewandt wurde. Grundlage der Berechnungen waren die Ergebnisse der Verkehrszählung von 2015, die auf das Jahr 2019 hochgerechnet wurden.

Fazit des Gutachtens: In der Saarbrücker Straße (B 268), der Wolfskaulstraße, der Hixberger Straße, der Etzenhofer Straße und der Heusweiler Straße sind „Lärmsanierungen“ möglich. Will heißen: Dort könnte relativ schnell Tempo 30 eingeführt werden. Da in der Wolfskaul- und Hixberger Straße aber bereits Lärm mindernder Asphalt („Flüsterasphalt“) aufgetragen worden ist, soll zuerst einmal ermittelt werden, ob er noch in einem Zustand ist, dass er den Lärm reduziert.

Eine Besonderheit gibt es bei der Saarbrücker Straße: Sie ist im Gegensatz zu den anderen untersuchten Straßen eine Bundesstraße, und deshalb gelten dort Bundesgesetze. Diese besagen, dass die rund 250 Gebäudeeigentümer ein Anrecht auf Kostenerstattung haben, wenn sie eigene Lärmschutzmaßnahmen an ihren Häusern in die Wege leiten. „75 Prozent dieser Kosten werden ersetzt, auch bei Altrechnungen bis zu zehn Jahren“, sagte Jochen Hahn.

Ob und wo nun tatsächlich Tempo 30 in Riegelsberg eingeführt wird, das wird nach der Sommerpause in Gesprächen zwischen Gemeinde, LfS und Unterer Verkehrsbehörde festgelegt.