Nur Mehl und Wasser gehören rein

Bald wird den Kommunionkindern zum ersten Mal die Hostie ausgeteilt. Wie sie hergestellt wird, konnten Kommunionkinder aus der Riegelsberger Pfarrei St. Matthias kürzlich selbst in Augenschein nehmen.

Mit ihren Katechetinnen Marion Riefer und Andrea Eichhorn besuchten Anna, Colin, Inka, Melina und Timm die Hostienbäckerei im Püttlinger Kloster Heilig Kreuz. Sechs bis sieben Millionen Hostien pro Jahr werden in dem Geistlichen Zentrum gebacken. "Was früher von Hand ging, funktioniert seit 1978 mit Hilfe einer Backmaschine", erklärte Pastoralreferent Holger Sturm. "Übrigens: Der TV-Entertainer Thomas Gottschalk , der häufig seine Tante, Schwester Hildegard, im Kloster besuchte, hat zur Finanzierung dieser Maschine kräftig beigetragen."

Die Kinder staunten über die riesigen Rührbesen, mit dem der Teig vier Minuten gerührt wird. "Nur Mehl und Wasser gehören in eine Hostie", wissen die Kinder wie aus der Pistole geschossen. "Das Mehl vom Typ 550 hat einen besonders hohen Mineraliengehalt, der sorgt für Stabilität", erklärte Sturm. Auf zwölf Waffeleisen wird der Teig bei 180 Grad Hitze zwei bis drei Minuten zu Din-A-4-großen Platten gepresst. Der Geräuschpegel ist so hoch, als wenn 14 Staubsauger gleichzeitig in Betrieb sind. Die fertigen Hostienplatten gehen zum Trocknen in einen Bunker, der eigentlich nach dem Krieg zur Sicherheit der Nonnen angelegt worden war. Dort ziehen die Platten Feuchtigkeit. Jeden Tag werden sie gewendet, das dauert rund 30 Minuten. Sind sie feucht genug, werden die Platten nach der angeforderten Größe ausgestanzt. So sind die Laienhostien rund vier Zentimeter im Durchmesser, die Priesterhostien sechs Zentimeter. Jede Hostie wird auf ihre Qualität geprüft. Hostien, die gebrochen oder deren Ränder ausgefranst sind, werden zu Panna Gusta, einem besonderen Paniermehl, verarbeitet. Die fertigen Hostien werden bei 22 Grad auf die Heizung gestellt und schließlich in 400-Gramm-Beutel verpackt. "Das sind dann rund 1000 Hostien, zehn Hostien werden extra in den Beutel gesteckt, falls bei der Versendung Teile zu Bruch gehen", sagte Sturm.

Als die Kinder zum Schluss kleine Bruchstücke der Hostienplatten probieren durften, waren sie völlig aus dem Häuschen: "Schon vor unserer Kommunion", sagten sie stolz und ließen es sich schmecken.