| 20:29 Uhr

Wie es Köllertaler mit dem Kauf von Weihnachtsgeschenken halten
Nur keine Hektik auf den letzten Drücker

Die Krippe vor dem Rathaus in Püttlingen verbreitet Weihnachtsstimmung.    
Die Krippe vor dem Rathaus in Püttlingen verbreitet Weihnachtsstimmung.    FOTO: BeckerBredel
Köllertal. Köllertaler gehen beim Kauf der Weihnachtsgeschenke ganz gezielt vor. Und zwar rechtzeitig. Von Becker & Bredel

Wenn es nach einigen Handelsketten gegangen wäre, ihre Läden hätten in diesem Jahr an Heiligabend geöffnet, trotz Sonntag. Der Landtag des Saarlandes hat das per Gesetz inzwischen untersagt. Aber wer braucht die Einkaufsmöglichkeit in allerletzter Sekunde? Wir haben bei einer Umfrage am Riegelsberger Marktplatz niemanden gefunden.


Esther Ney, Buchhändlerin am Ort, hat vorgesorgt: „Ich habe längst alles eingekauft, vieles stammt aus meinem eigenen Laden“, sagt sie. Zum Glück gebe es in ihrer Familie zahlreiche begeisterte Leserinnen und Leser, die sich schon freuen würden, zur guten Buchempfehlung gleich das passende Werk geschenkt zu bekommen. Im Geschäft seien die Bestseller sehr gefragt, vor allem die Werke von Dan Brown und Follet. Seit die Baustelle am Markt verschwunden sei, laufe es sehr gut.

Im Laden nebenan sitzt die Blumenfrau Anna Recktenwald mit einem Stoffelefanten. „Diese Elefanten nähe ich zu Weihnachten aus alten Badetüchern. Sie sind sehr begehrt, man nutzt sie als Nackenrolle, sie haben ein antiallergenes Futter.“ Die Blumenfrau verschenkt aber nicht nur Elefanten, sondern fertigt eigens zu Weihnachten Rillettes, einen Brotaufstrich aus konserviertem Schweinefleisch. „Ich entstamme einer Metzgerfamilie. Alle meine Brüder sind Metzger, und ich stelle nach altem Rezept diese Aufstriche her und verschenke diese zu Weihnachten.“ Die Vorfreude auf die neue Lieferung sei bei allen Beschenkten groß.

Gisela Bläs hat eine andere Weihnachtstradition. „Ich lasse kaufen“, sagt sie. In der Familie sei es üblich, dass man die Wünsche erfrage und dann Geld zusammenlege, um die Präsente zu bezahlen. „So bekommt keiner etwas Unnötiges. Nur weiß natürlich jeder, was er sich gewünscht hat. Deswegen gibt es immer noch eine kleine individuelle Aufmerksamkeit dazu.“ Sie glaubt, dass man beim Erfüllen gezielter Wünsche deutlich weniger Pleiten erlebt.

Vor diesen schützt sich Frank Müller, Mitarbeiter des Awo-Seniorenheims, auf technische Weise: „Wenn ich meiner Frau was kaufen will, dann sende ich ein Bild von dem, was ich ausgesucht habe, über das Handy an meine Tochter. Wenn es ihr gefällt, gefällt es auch meiner Frau.“ Geschenke würden immer Anfang Dezember gekauft, da habe er Urlaub. Dieses Jahr habe sich das leicht verschoben, aber Montag gehe es los, betont Frank Müller. Auf gute Ideen hofft er beim Shopping in Saarbrücken und in Köln.



Auch Marc Zimmermann kauft in Köln ein. Der 17-Jährige ist zufällig auch vor Weihnachten in der Domstadt und sucht über 15 Geschenke. Dafür will er einen verkaufsoffenen Sonntag nutzen und sich ins Getümmel stürzen. „Einen groben Plan habe ich, aber es ist noch Raum für Ideen“, sagt er.

Nadine Bläs rechnet an Weihnachten nicht mit großen Überraschungen: „Wir kaufen in der Familie sehr gezielt. Auch die Kinder wissen, was sie bekommen. Alles, was gebraucht wird, habe ich schon gekauft“, berichtet die 34-jährige Bäckereifachverkäuferin. Mitte November beginne sie mit den Einkäufen. Dann könne man der Hektik unmittelbar vor den Festtagen ideal entrinnen, meint Nadine Bläs.

Anna Recktenwald verschenkt Elefanten.    
Anna Recktenwald verschenkt Elefanten.    FOTO: BeckerBredel
Esther Ney.   
Esther Ney.    FOTO: BeckerBredel
Frank Müller.   
Frank Müller.    FOTO: BeckerBredel
Gisela Bläs.   
Gisela Bläs.    FOTO: BeckerBredel
Marc Zimmermann.   
Marc Zimmermann.    FOTO: BeckerBredel
Nadine Bläs.   
Nadine Bläs.    FOTO: BeckerBredel